Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionNackte Haut
Unsere äußere Schutzhülle ist nicht nur als Sinnesorgan lebenswichtig – die Haut hilft Wasserhaushalt und Temperatur zu regulieren. Sie ist unser größtes Organ.
descriptionHände mit Cremeflasche
Abgestimmt auf den Hauttyp, unterstützt gezielte Pflege die Haut in ihrer Schutzfunktion, hält sie gesund und schön. Auch die Ernährung spielt eine Rolle.
descriptionKopflaus
Verschiedene Krankheitserreger greifen die Haut von außen an. Neben Pilzen, Viren und Bakterien können auch Parasiten zu Hautproblemen führen.
descriptionGesicht mit Akne, Wattepad
Oft sind Hautveränderungen Anzeichen einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe. Hormone und Immunsystem sind zusätzlich beteiligt.
descriptionStirnglatze
Nagelveränderungen, Haarausfall und übermäßiges Schwitzen: keine schlimmen Krankheiten, aber belastend. Die Probleme lassen sich oft nicht beheben, nur reduzieren.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Hauterkrankungen – Äußerliche Erkrankungen

Die Haut ist als äußere Schutzhülle Angriffsziel der unterschiedlichsten Krankheitserreger. Warzen- und Herpesviren, aber auch Pilze durchdringen die äußerste Hautschicht und können sich ansiedeln. Dabei entstehen lästige bis gefährliche Hautveränderungen. Sorgfältige Diagnose und gezielte Behandlung lassen die Hauterscheinungen wieder abheilen.

Im Überblick



Hauterkrankungen durch Pilze

Pilzerkrankungen der Haut (Mykosen) werden im Wesentlichen durch drei verschiedene Pilzarten verursacht: Fadenpilze (Dermatophyten), Schimmelpilze (Aspergilli) und Hefen (Candida). Pilze breiten sich aus, wenn günstige Umgebungsbedingungen herrschen (Wärme, Feuchtigkeitsstau) oder die Körperabwehr durch Krankheiten wie Diabetes mellitus, Medikamenteneinnahme, Durchblutungsstörungen etc. geschwächt ist.

Fußpilz (Tinea pedis)

Der meist durch Fadenpilze verursachte Fußpilz ist eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden darunter. Unter traditionell barfuß laufenden Urvölkern ist die Zivilisationskrankheit so gut wie unbekannt. Häufig tritt Fußpilz zunächst in den Zehenzwischenräumen auf. Typisch sind schuppig-trockene, gerötete Hautstellen zwischen den Zehen. Mit der Zeit beginnt die Haut zu jucken und es können schmerzhafte Risse sowie nässende Stellen entstehen.

Der Hautpilz kann auch Handflächen und Fußsohlen oder andere Körperregionen befallen. Bestimmte Berufsgruppen sind besonders anfällig für Pilzinfektionen der Hände und Füße, etwa durch das ständige Tragen von wasserdichten Schutzhandschuhen oder festem Schuhwerk.

Nagelpilz (Onychomykose)


Dermatophyten sind auch die häufigsten Verursacher von Nagelpilz, der Hand- und Fußnägel befallen kann. Nicht selten greift ein unbehandelter Fußpilz auf die Nägel über, am häufigsten ist der Nagel der Großzehe betroffen. Nagelpilz erkennt man daran, dass sich die Nagelplatte am vorderen oder seitlichen Rand trübt oder gelblich verfärbt. Der gesamte Nagel kann sich verdicken und verformen. Beim Schneiden der Nägel zerbröckelt die Hornplatte an den befallenen Stellen. Ein Nagelpilz entsteht vor allem dann, wenn das Nagelwachstum gestört wurde, der Nagel mechanisch geschädigt wurde (zum Beispiel durch zu enge Schuhe) oder die örtliche Durchblutung gestört ist.

Kopfpilz (Tinea capitis)

Die häufigsten Auslöser von Kopfpilz sind bestimmte Dermatophyten, die sich in den Haarfollikeln festsetzen. Dort können sie mäßige bis starke Entzündungsreaktionen und Abszesse verursachen. Bei der oberflächlichen Form finden sich kreisförmig angeordnete haarlose Stellen, die oft mit grauen Schuppen bedeckt sind. Die tiefer reichenden Formen finden sich vor allem im Barthaar bei Männern mit schmerzhaft entzündlichen Abszessen, die oft von Krusten bedeckt sind. Lymphknoten an Kopf und Hals können durch die Entzündungsherde geschwollen sein.

Candida-Hefepilze

Candida-Hefepilze sind bei den meisten Menschen in der Mundhöhle oder in der Darmflora zu finden. Sie können die Haut besiedeln, ohne Beschwerden zu verursachen. Kommt das Immunsystem aus dem Gleichgewicht, können Candida-Hefen sich stark vermehren und den Körper infizieren. Eine Candida-Infektion (Candidose) kann nicht nur Haut- und Schleimhäute befallen, sondern auch die inneren Organe. Typische Candida-Infektionen wie Scheidenpilz oder Mundsoor werden oft durch die Gattung Candida albicans ausgelöst. Soor ist eine häufige Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Mundschleimhaut zeigt dann weißliche, abstreifbare Beläge. Nicht selten kommt ein Windelausschlag mit Hautrötung und Bläschen hinzu (Windelsoor). Symptome für den Scheidenpilz können starker Juckreiz, Rötung, Schwellung und bröckeliger Ausfluss sein.

Candida-Hefepilze können sich aber auch in feucht-warmen Hautfalten ausbreiten (unter der weiblichen Brust, Achselhöhle, Fingerzwischenraum). Sichtbar sind dann juckende und gerötete, nässende Flächen mit randständigen Pusteln.

Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor)

Diese oberflächliche Hefepilzerkrankung bildet rötlich-braune Flecken aus, die in ihren Tönungen variieren können. Meist zeigen sie sich am oberen Rumpf und am Hals. Neben einem leichten Juckreiz bestehen keine weiteren Beschwerden. Besonders häufig ist diese Erkrankung in tropischen Ländern. Menschen, die zu vermehrtem Schwitzen neigen (Hyperhidrose), leiden häufig unter Kleieflechte.

Erkrankungen durch Schimmelpilze


Schimmelpilze spielen in Mitteleuropa eine eher untergeordnete Rolle. Sie können Ursache für Nagelpilzinfektionen sein und den äußeren Gehörgang befallen. An Füßen und Händen können Schimmelpilze dunkle Flecken verursachen (Tinea nigra).
↑ nach oben

Behandlung von Pilzerkrankungen der Haut

Hautpilz lässt sich in der Regel gut behandeln. Dabei können nicht nur Medikamente helfen, sondern auch gesunde Ernährung und bestimmte Verhaltensregeln. Wichtig ist es, eine Pilzerkrankung zügig und lange genug zu behandeln. Auch, wenn die Symptome nachlassen, sollte die Therapie nicht beendet werden, sonst machen sich die Erreger schnell wieder auf der Haut breit. Je nach Form und Ausprägung wird ein Hautpilz lokal mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut oder systemisch mit Arzneien zum Einnehmen behandelt.

Lokale Hautpilz-Therapie: Cremen, Lacken, Sprühen

Creme, Salbe, Suspension, Spray, Gel, Lack, Puder oder Shampoo – es gibt eine breite Palette von medizinischen Präparaten zur lokalen, äußerlichen Anwendung bei Hautpilz. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Arzneiform hängt zum Beispiel davon ab, wo und wie stark Pilzerreger Haut, Kopfhaar oder Nägel befallen haben. Die Medikamente töten die Pilze ab (fungizid) oder hemmen das Pilzwachstum (fungistatisch). Häufig verordnet der behandelnde Arzt Breitbandantimykotika: Das sind Wirkstoffe, die sowohl Dermatophyten- als auch Hefepilz-Infektionen bekämpfen können.

Systemische Hautpilz-Therapie

Manchmal reicht eine lokale Pilzbehandlung allein nicht aus: Bei einem Kopfpilz oder einer Bartflechte mit tiefen Entzündungsherden oder ausgeprägten Nagelpilz-Infektionen kann zusätzlich zur lokalen Therapie auch eine innerliche Behandlung mit Antimykotika in Form von Tabletten, Saft oder Suspensionen zum Einnehmen nötig sein. Eine systemische Hautpilz-Therapie kann bis zu drei Monate lang dauern.
↑ nach oben

So beugen Sie Hautpilz vor

An Hautschuppen haftende mikroskopisch kleine Pilzfäden und -sporen können jahrelang überleben und hohen Temperaturen standhalten. Schon bei geringfügigen Hautverletzungen oder feuchter, aufgequollener Haut können Hautpilzerreger leicht in die Haut eindringen. Schonende und achtsame Körperpflege kann das Risiko für eine Infektion senken. Besonders anfällig sind Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schuppenflechte.

Wer beispielsweise getragene Schuhe von anderen übernehmen muss, sollte diese vor dem ersten Tragen gut desinfizieren. Ebenso sollten nach einer gerade überstandenen Pilzinfektion entsprechend der befallenen Körperstellen Wäsche oder Schuhe gewaschen beziehungsweise desinfiziert werden. Um Pilze im Zweifelsfall sicher abzutöten, sollten Unterwäsche, Socken und Handtücher bei 95 Grad Celsius waschbar sein. Materialien aus Kunstfasern sind nicht empfehlenswert, da sie meist Wärme und Feuchtigkeit stauen und nicht so heiß gewaschen werden können.

Mit einer Pilzerkrankung sollten Sie keine öffentlichen Bäder oder Saunen aufsuchen, um andere nicht zu infizieren!

So beugen Sie einer Pilzinfektion vor:

Fuß- und Nagelpilz
  • Sorgen Sie für ein gesundes Fußklima: Ihre Füße sollten Sie täglich mit einer milden Seife waschen und anschließend gut abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.
  • Neigen Sie zu sehr trockener Haut an den Füßen, ist die regelmäßige Pflege mit einer fett- und feuchtigkeitsspendenden Fußcreme empfehlenswert.
  • Laufen Sie nie dort barfuß, wo Fußpilz-Erreger sich am wohlsten fühlen: in Bädern, Fitnesscentern oder in der Sauna.
  • Lassen Sie Ihre Füße „atmen“: Bevorzugen Sie bequemes Schuhwerk, am besten aus Leder. Halten Sie Ihre Schuhe trocken, auch bei der Arbeit! Das erreichen Sie am besten, indem Sie austauschbare Einweg-Sohlen und mehrere Paar Schuhe im Wechsel benutzen.
  • Teilen Sie Handtücher, Schuhe oder Strümpfe nie mit anderen Personen. Wer getragene Arbeitsschuhe übernehmen muss, sollte diese vor dem ersten Tragen gut desinfizieren.
  • Bevorzugen Sie Strümpfe aus Naturmaterialien, am besten Baumwollsocken, die sich bei 95 Grad Celsius waschen lassen. Wechseln Sie Ihre Strümpfe täglich oder häufiger – etwa nach dem Sport oder wenn Sie stark schwitzen.
  • Beim Shoppen sollten Sie niemals barfuß Schuhe anprobieren. Verzichten Sie möglichst auch auf den Gebrauch von Leihschuhen, etwa auf der Skipiste oder beim Schlittschuhlaufen.
Kopfpilz
  • Bei Kopfpilzbefall lauern die Erreger auf kopfnahen Alltagsgegenständen: an Kopfstützen von Autositzen, Plüschtieren, Handtüchern, Rasierern, Kämmen, Bürsten. Ist ein Familienmitglied erkrankt, hilft es nur, solche Utensilien regelmäßig zu desinfizieren und nicht gemeinsam zu benutzen.
  • Manchmal können auch Tiere Kopfpilz übertragen. Oft stecken sich Kinder beim Streicheln von Haus- und Nutztieren an. Meiden Sie Kontakt zu Tieren mit kreisrunden, schuppigen Flecken am Körper.
  • Getragene Kleider – zum Beispiel vom Flohmarkt – sollten Sie mit pilzabtötenden Waschsubstanzen behandeln, wenn es sich nicht um Kochwäsche handelt.
Candidose
  • Bei Soorbefall von Mund und Scheide ist oftmals die Körperabwehr geschwächt – nicht selten ist der Darm beteiligt. Candida-Pilze lieben Zucker: Neigen Sie zu Soor, sollten Sie sich möglichst ballaststoffreich ernähren und auf zu viel Süßes verzichten. Mit einem guten Maß an Bewegung und Entspannung können Sie die Erkrankung positiv beeinflussen.
  • Achten Sie auf gute Mund- und Zahnhygiene: „Zahnruinen“, schlecht gepflegte Prothesen und alte Zahnbürsten sind Candida-Hochburgen. Wechseln Sie deshalb Zahn- und Zungenbürsten regelmäßig.
  • Auch auf die richtige Reinigung nach dem Stuhlgang kommt es an: Immer von vorne nach hinten wischen, damit Pilze aus dem Darm nicht in die Scheide gelangen können.
  • Einem Pilz im Windelbereich beugt vor allem häufiges Windelwechseln vor. Die Haut möglichst nur mit Wasser reinigen und an der Luft trocknen lassen.

↑ nach oben

Viruserkrankungen der Haut

Warzen sind gutartige Geschwülste oder Wucherungen der Haut. Abgesehen von Alterswarzen entstehen sie durch eine ansteckende Viruserkrankung der Haut. Je nach Erreger können sie verschiedene Formen annehmen. Manche Warzenarten sind harmlos und verschwinden von selbst, andere können schmerzhaft sein und erfordern eine langwierige Behandlung. Zudem können bestimmte Untergruppen des häufigsten Warzenerregers, des Humanen Papillomavirus, Gebärmutterhalskrebs begünstigen.

Andere virusbedingte Hautkrankheiten sind der oft wiederkehrende Lippenherpes, Windpocken und Gürtelrose. Bei diesen verbleibt das Virus nach der Erstinfektion im Körper, sodass die Erkrankung zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausbrechen kann. Meist wird ein erneuter Ausbruch von körperlichem oder seelischem Stress verursacht, der mit einer Schwächung des Immunsystems einhergeht.
↑ nach oben

Warzen

Wie Warzen entstehen

Häufige Auslöser von Warzen sind Untergruppen der Familie der Humanen Papillomaviren (HPV). So gibt es auch unterschiedliche Arten von Warzen. Warzen entwickeln sich an der Stelle, an welcher der Erreger in die Haut eingedrungen ist. Die Viren befinden sich in den Zellen der Warzen. Sie werden von Mensch zu Mensch durch Berühren der Warze oder auch durch indirekten Kontakt mit Hautschuppen (Barfußgehen) übertragen. Im Schwimmbad, in der Sauna oder in Turnhallen ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Auch über Handtücher kann man sich anstecken. Durch kleine Verletzungen und Risse dringen die Viren in die Haut ihrer Opfer ein. Nach der Infektion kann es Wochen bis Monate dauern, bis die Hautveränderungen sichtbar werden. In der Folge entwickeln sich gutartige Hautwucherungen, dabei sind Hornschicht und Oberhaut verdickt. Die Art der Beschwerden (Schmerzen, Juckreiz) hängt vom Warzentyp und vom Ort des Befalls ab.

Man unterscheidet folgende Warzenarten:

  • Flache, juvenile Warzen
    Die flachen, stecknadelkopfgroßen Warzen haben eine glatte Oberfläche. Die Farbe ist meist weiß bis hellbraun oder fleischfarben. Häufig findet man diesen Warzentyp bei Kindern und Jugendlichen. Sie erscheinen urplötzlich - bevorzugt an Händen, Gesicht und Hals auf. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Dieser Warzentyp kann Juckreiz verursachen.
  • Gewöhnliche Warzen oder Stachelwarzen (Vulgäre Warzen)
    Gewöhnliche Warzen sind fleischfarben bis braun gefärbte gutartige Wucherungen der Haut. Häufig treten sie in größerer Anzahl an Händen oder Füßen auf. Betroffen sind meist Kinder und Jugendliche. Die vulgäre Warze kann flach oder kugelig sein und Erbsengröße erreichen. Sie fühlt sich hart und trocken an. Die Oberfläche ist zerklüftet und stark verhornt.
  • Dornwarzen (Fußsohlenwarzen)
    Sie treten meist an der Fußsohle auf und werden oft mit Hornhautschwielen verwechselt. In der Mitte der Verhornung sind meist dunkle Punkte sichtbar, die durch Einblutungen entstehen. Durch den Druck auf die Fußsohle wächst die Warze dornenartig in die Tiefe, wodurch beim Gehen und Laufen heftige Schmerzen entstehen können. Der „Dorn“ drückt dabei auf Nervenfasern, die Schmerzimpulse aussenden.
  • Dellwarzen (Molluscum contagiosum)
    Diese Warzen zeigen sich als kleine hellrote, perlähnliche Knötchen auf der Haut. Sie können erbsengroß werden und breiten sich an Gesicht (Lidern), Rumpf, Armen und Beinen aus. Manchmal sind sie, wie der Name sagt, in der Mitte eingedellt. Sie werden durch ein Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht. Der Übertragungsweg erfolgt durch direkten Körperkontakt. In seltenen Fällen kann man sich auch durch indirekten Kontakt (Benutzen eines gemeinsamen Handtuches) anstecken. Etwa 2-8 Wochen nach Ansteckung werden die Warzen sichtbar. Häufig sind Kinder mit sehr trockener Haut (Neurodermitis) betroffen. Bei Erwachsenen können Dellwarzen bei bestehender Immunschwäche vorkommen.
  • Feigwarzen (Feuchtwarzen, Condylomata acuminata)
    Feigwarzen treten häufig in Hautfalten oder im Bereich von Schleimhäuten auf. Sie lieben feucht-warmes Milieu. Oft ist der Genitalbereich oder der After betroffen. Aus stecknadelkopfgroßen Knötchen entwickeln sich blumenkohl- und hahnenkammartige Wucherungen, dabei entstehen rosafarbene Warzenflächen. Haut- bzw. Schleimhautinfektionen durch Bakterien und Pilze fördern das Wachstum der Feigwarzen. Manchmal kommt es zu Juckreiz, häufig verursachen Feigwarzen jedoch keine Beschwerden und bleiben unbemerkt. Wenn sie entdeckt werden (meist bei Routineuntersuchungen), müssen sie vom Arzt behandelt werden. Langanhaltender Warzenbefall am Gebärmutterhals mit Hochrisikountergruppen des HP-Virus kann Gebärmutterhalskrebs begünstigen. Da Feigwarzen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, muss auch der Sexualpartner mitbehandelt werden. Durch die Benutzung von Kondomen kann die Ansteckungsgefahr verringert werden.
  • Alterswarzen
    Alterwarzen sind anfangs flach erhabene, meist bräunliche oder grauschwarz gefärbte Hautverdickungen mit zerklüfteter Oberfläche. Sie können Erbsengröße erreichen, gelegentlich sogar noch größer werden und fühlen sich fettig an. Die Ursache für ihre Entstehung ist unbekannt. Häufig treten sie ab dem 5. Lebensjahrzehnt in großer Zahl auf, meist am Oberkörper, den Armen und im Gesicht, gelegentlich auch am Hals und den Beinen. Alterswarzen lösen in der Regel keine Beschwerden aus. Gelegentlich kommt es zu leichtem Juckreiz. Aus kosmetischen Gründen können sie für die Betroffenen sehr belastend werden. Der Arzt kann sie leicht chirurgisch entfernen (Abtragung mit einem scharfen Löffel). Eine Selbstbehandlung ist nicht möglich.
Die Entstehung von Warzen wird begünstigt durch:
  • schlecht durchblutete, kalte Hände und Füße
  • verletzte oder mit Wasser aufgeweichte Haut (z.B. nach Schwimmbad)
Häufig betroffen sind:
  • Menschen, deren Immunschutz nicht vollständig aufgebaut ist (Kinder, Jugendliche)
  • Personen mit sehr trockener Haut, mit Neigung zu Ekzemen oder mit Neurodermitis: Durch Kratzen bei starkem Juckreiz entstehen Verletzungen in der Haut; die Infektionsgefahr steigt. Bestehende Warzen werden durch Kratzen über den ganzen Körper verteilt.
  • Immungeschwächte Personen, zum Beispiel HIV-Infizierte, Krebs-Patienten, Diabetiker, Raucher und ältere Menschen.

↑ nach oben

Behandlung von Warzen

Oftmals heilen Warzen irgendwann ganz von selbst, ohne jegliche Behandlung. Vielfach vermehren sie sich aber stark oder rufen Beschwerden hervor, sodass eine Behandlung notwendig ist. Gegen gewöhnliche Warzen und Dornwarzen helfen ätzende oder hornhautlösende Tinkturen zum Auftragen. Sinnvoll bei stärkeren Verhornungen ist es, diese mit einem Hobel zwischendurch abzutragen. Je nach Größe und Alter der Warze kann diese Behandlung bis zu acht Wochen lang nötig sein. Alternativ kann der Arzt Warzen auch operativ entfernen. Dazu wird die Stelle betäubt und die Warze komplett ausgeschält. Die Operationswunde heilt innerhalb weniger Tage ab. Bei Kindern wird gerne die Kryotherapie ("Vereisung") eingesetzt, da sie kaum Schmerzen verursacht. In sehr hartnäckigen Fällen ist eine Lasertherapie möglich. Warzen, die im Genitalbereich auftreten, gehören in ärztliche Obhut. Das Gleiche gilt für Warzen, die ständig verletzt werden, beispielsweise durch Reibungspunkte mit Kleidungsstücken. Neben möglichen Schmerzen besteht hier auch ein hohes Infektionsrisiko. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Auch Mittel zum Einreiben können Wechselwirkungen zeigen. Zubereitungen, die gegen Warzen wirksam sind, werden im Allgemeinen gut vertragen. Sie dürfen allerdings nicht im Gesicht angewandt werden oder mit Schleimhäuten am Auge oder im Genitalbereich in Berührung kommen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke oder ihr Arzt gerne.

Auftragen von abschälenden Mitteln

Bei der Entfernung von Warzen wird die verdickte Hornhaut bekämpft. Abschälende Mittel lösen die Hornhaut. Beim Auftragen besteht die Gefahr, dass die benachbarte Haut verletzt wird. Decken Sie das gesunde Hautgewebe, das die Warze umgibt, deshalb vorsichtshalber mit Zinkpaste oder Vaseline ab.

Anwendung von hornhautlösenden Pflastern

Die mit dem Wirkstoff getränkten Pflaster werden direkt auf die Druckstelle geklebt. Sie enthalten Salicylsäure oder Kombinationen mit Salicylsäure. Nach zwei Tagen muss das Pflaster erneuert werden. Kinder sollten nicht mehrere Pflaster gleichzeitig benutzen. Es kann sonst zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Mittel mit Salicylsäure nicht überdosieren

Abschälende Mittel mit Salicylsäure werden bei richtiger Dosierung normalerweise gut vertragen. Sie eignen sich jedoch nicht zur großflächigen Langzeitbehandlung der Haut. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren, Stillenden oder Personen mit Nierenerkrankungen kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen. Die Salze der Salicylsäure können in großem Umfang über die Haut in den Organismus aufgenommen werden und dort unerwünschte Wirkungen verursachen. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente besteht außerdem die Gefahr von Wechselwirkungen. So kann beispielsweise bei Typ2-Diabetikern die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten mit Sulfonylharnstoff verstärkt werden. Es besteht die Gefahr einer Unterzuckerung.

Tipp:
Schützen Sie das umliegende gesunde Gewebe vor dem Auftragen der ätzenden, hornhautlösenden Mittel mit Vaseline oder Zinkpaste. So beugen Sie unerwünschten Hautverletzungen vor.

Bei einigen Warzen kann die Vereisungsmethode auch zu Hause angewandt werden. Dabei wird die Warze mit Flüssigstickstoff aus der Spraydose vereist. Es bildet sich eine unsichtbare Blase unter der Warze, die nach ungefähr 10 Tagen abfällt. Unter dem Bläschen hat sich in der Zwischenzeit eine neue Haut gebildet. Diese Methode ist nicht geeignet bei Muttermalen, auf empfindlicher Haut, im Genitalbereich, auf entzündeter Haut oder bei Kindern unter 4 Jahren.

Diese Mittel eignen sich zur Behandlung von flachen jugendlichen oder vulgären (gewöhnlichen) Warzen. Alle anderen Warzenarten müssen in der Regel durch den Arzt (chirurgische Maßnahmen, Lasertherapie oder Vereisung) behandelt werden.

Da durch hornhautlösende Mittel die „Warzenviren“ nicht bekämpft werden, kann die Behandlung von Warzen längere Zeit in Anspruch nehmen.

Allgemein gilt: hornhauterweichende oder ätzende Mittel dürfen nicht im Gesicht oder in der Nähe von Schleimhäuten aufgetragen werden.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Selbstbehandlung nicht hilft
  • Sie nicht sicher sind, ob Sie unter Warzen oder anderen Hautveränderungen leiden
  • sich sehr viele Warzen auf der Haut angesiedelt haben
  • die Warzen im Genitalbereich auftreten
  • die Warzen erstmals im Alter von 45 oder mehr Jahren auftreten (Ausschluss anderer Krankheiten)
  • die Warze blutet oder Größe, Farbe und Form verändert.
Homöopathie bei Warzen

Bei Warzen werden auch Thuja-Extrakte als homöopathisches Mittel eingesetzt. Die Extrakte können als Lösung auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Je nach Beschwerdebild werden sie auch innerlich angewandt. Häufig kommen D6-, D12- oder C30- Verdünnungen zum Einsatz. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder in Ihrer Apotheke beraten.

Homöopathische Mittel haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Sie können auch bei Kindern eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Sie sich an die empfohlenen Dosierungsvorschläge halten.
↑ nach oben

Herpes simplex

Herpesviren werden per Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Verursacher des Lippenherpes ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), mit dem mehr als 90% der Bevölkerung infiziert sind. Oft kommt es bereits im Kindesalter zur Erstinfektion. Dann können die Kinder an der sogenannten Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica) erkranken, bei der sich Zahnfleisch und Mundschleimhaut entzünden. Nach der Infektion wandert das Virus die Nervenbahn entlang zu den Nervenknoten. Dort ruht es ein Leben lang. Bei körperlichen und seelischen Belastungen können die Viren aktiv werden und erneut Symptome verursachen, z.B. die typischen schmerzhaften Herpesbläschen an den Lippen. Betroffen sind 20-40 Prozent der Virusträger.

Das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) ist in der Regel Auslöser für den sexuell übertragbaren Genitalherpes, aber auch Typ 1-Viren können im Genitalbereich schmerzhafte Hautbläschen verursachen. Umgekehrt kann das HSV-2 auch Lippenherpes verursachen.
↑ nach oben

Typische Beschwerden

Erste Anzeichen für Lippenherpes sind Kribbeln, Jucken, Taubheits- oder Spannungsgefühl und Rötung der Haut. Einige Stunden später entstehen Bläschen, die stark schmerzen können. Sie sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt, in der sich extrem viele Herpesviren befinden und vermehren. Entsprechend hoch ist die Ansteckungsgefahr. Deshalb: Finger weg von Herpesbläschen! Falls dies passiert: waschen Sie sich sofort gründlich die Hände. Die aus der Wunde austretende Flüssigkeit ist hoch infektiös! In der Abheilungsphase verschließen sich die Bläschen, trocknen aus und verkrusten. Unter den Krusten bildet sich neue Haut. Beim Essen, Sprechen oder Lachen kommt es leicht zu schmerzhaften und blutenden Rissen. Die Ansteckungsgefahr ist nun aber vorbei. Nach der Abheilung nach 10-14 Tagen ziehen sich die Herpes-Viren wieder in ihre Nervenknoten zurück und ruhen bis zum nächsten Ausbruch.

Folgende Faktoren begünstigen das Ausbrechen einer Herpesinfektion:
  • Schwächung des Immunsystems (beispielsweise durch Erkältungen oder sonstige Krankheiten)
  • Stress, Anspannung und psychische Belastungen
  • Sonneneinstrahlung
  • Gemütsschwankungen (Trauer, aber auch Freude)
  • Hormonschwankungen (Beginn der Monatsblutung, Schwangerschaft)
  • starkes Ekelgefühl (beispielsweise wenn im Restaurant Gläser mit Lippenstiftspuren serviert werden)
  • Klimareize (extreme Hitze oder Kälte).
  • Reizungen der Nervenknoten (z.B. durch Entzündungen oder zahnärztliche Behandlungen)
Vorbeugen kann man den Lippenbläschen indem man die oben genannten Auslöser der Krankheit meidet. Zur Stärkung der Abwehrkräfte tragen eine gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft bei. Auch der Verzicht auf Genussgifte wie Nikotin und Alkohol, weniger Stress und ausreichend Schlaf stärken das Immunsystem. Vermeiden Sie außerdem direkte Sonneneinstrahlung und schützen Sie die gefährdeten Hautpartien mit Sonnenschutzmitteln mit hohem Lichtschutzfaktor.

Therapie bei Herpes-Erkrankungen

Bei Herpes-Erkrankungen können virenhemmende Stoffe helfen, die Symptome in Schach zu halten. Dann heilen die Herpesbläschen in der Regel schneller ab. Als Standardtherapie wird der Wirkstoff Aciclovir eingesetzt. Beim unkomplizierten Lippenherpes wird er zum Beispiel als Creme mehrmals täglich aufgetragen. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto geringer die Symptome: Es ist entscheidend, dass Sie bereits bei den ersten Symptomen wie Brennen, Rötungen, Spannungsgefühl und Jucken die Anwendung beginnen. Bei hartnäckigen Rückfällen oder stärkeren Beschwerden werden Virenhemmer auch in Tablettenform verordnet. Bei massiver Aussaat der Herpesviren, wie es manchmal bei Neurodermitis-Patienten zu beobachten ist, muss die Behandlung stationär erfolgen. Hier wird das entsprechende Medikament als Infusion verabreicht.

Tragen Sie Medikamente gegen Lippenherpes niemals mit den Fingern auf!
Egal, ob Sie ein Gel oder eine Creme benutzen, verwenden Sie immer ein Wattestäbchen. Sie sollten mit Ihren Finger die infizierte Haut nicht berühren, auch wenn die Bläschen schon abheilen. So verhindern Sie, dass sich die Infektion auf anderen Körperstellen oder andere Menschen ausbreitet.

Tipp:

In Ihrer Apotheke finden Sie zahlreiche hilfreiche Medikamente gegen Herpes. Ihr Apotheker berät Sie gerne.
↑ nach oben

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Auch Mittel zum Einreiben können Wechselwirkungen zeigen. Zubereitungen, die gegen Lippenherpes wirksam sind, werden im Allgemeinen gut vertragen. Beim Auftragen von Lippencremes mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Penciclovir kann es vorübergehend zu einem Brennen und Stechen an der behandelten Hautstelle kommen. Hinweise zu den einzelnen Medikamenten finden Sie im Beipackzettel.

Achten Sie besonders auf Hygiene! Nach dem Abklingen der Symptome sollten Sie die Zahnbürste austauschen. Besondere Vorsicht ist auch beim Einsetzen von Kontaktlinsen geboten, um eine Übertragung auf die Augen zu vermeiden. Säuglinge und Schwangere sollten besonders vor einer Infektion geschützt werden. Bei Neugeborenen können Herpes-Viren zu der gefürchteten Herpes-Enzephalitis führen, die durch die guten Behandlungsmöglichkeiten heute zum Glück selten geworden ist.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • sich neben den Herpes-Symptomen Ihr Allgemeinzustand verschlechtert und Sie sich krank fühlen
  • Fieber entsteht
  • Säuglinge oder Kleinkinder betroffen sind, da das Immunsystem in diesem Alter noch nicht ausgereift ist, können Komplikationen entstehen
  • Geschlechtsorgane oder die Augen betroffen sind
  • sich die Infektion ausbreitet, bzw. an anderen Körperstellen auch auftritt
  • die Beschwerden sehr stark ausgeprägt sind, sehr häufig wiederkehren oder sich trotz Selbstmedikation verschlechtern
  • Sie unter einer Immunschwächekrankheit leiden oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinträchtigen.
Wenn Sie starke Beschwerden haben, oder wenn Sie sehr oft unter Lippenherpes leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Häufige Herpes-Infektionen können ein Hinweis für ein geschwächtes Immunsystem sein. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.
↑ nach oben

Hilfe aus der Apotheke

Zur Linderung der Symptome des Lippenherpes wird von Zahnpasta über Eiswürfel bis hin zu virushemmenden Cremes oder Gelen vieles ausprobiert. Die Wirkung der so genannten Hausmittel beschränkt sich meistens auf die austrocknende Wirkung der Bläschen. Virushemmende Cremes oder Gele gehen dagegen aktiv gegen das Virus vor.

Zinksulfat
trocknet die Haut aus und wirkt leicht zusammenziehend (adstringierend). Dadurch wird die Wundheilung verbessert. Zinksulfat soll außerdem das Anheften und Eindringen der Viren in gesunde Körperzellen verhindern. Das Virus kann sich dann nicht mehr ausbreiten. Im Kombination mit Heparin kann sich die virenhemmende Wirkung verstärken.

Auch mit Heilpflanzen kann man den Herpes-Virus bekämpfen. Extrakte aus Melissenblättern wirken virenhemmend, wenn sie auf die infizierte Haut aufgetragen werden. Damit das Virus in eine Zelle eindringen kann, muss es an der Zellmembran "andocken". Dieser Prozess des "Ankerwerfens" wird durch Melissenextrakte unterbunden. Bei frühzeitiger und regelmäßiger Anwendung kann die Ausbreitung der Infektion verringert oder gar verhindert werden. Gleichzeitig wird der Heilungsprozess beschleunigt.

Spezielle Pflaster für Herpesbläschen fördern die Heilung und vermindern die Ansteckungsgefahr. Die ultradünnen, durchsichtigen Pflaster werden bei den ersten Symptomen aufgeklebt. Sie binden Flüssigkeit und bilden ein Wundheilungsmilieu, in dem der Herpes ohne Schorfbildung und damit ohne schmerzhafte Risse abheilen kann. Da das Pflaster das Lippenbläschen vollständig umschließt, wird die Verbreitung von Viren weitgehend verhindert.

Manchmal wird die geschädigte Haut zusätzlich zum Herpes von Bakterien befallen. Diese haben es durch die Risse leicht, in die Haut einzudringen. Wenn eine solche "Superinfektion" entsteht, kann zusätzlich eine desinfizierende oder antibakterielle Therapie notwendig sein.
↑ nach oben

Homoöpathische Mittel bei Lippenherpes

Homöopathische Mittel haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Sie können auch bei Kindern eingesetzt werden. Bei Säuglingen gibt es jedoch Anwendungsbeschränkungen, insbesondere dann, wenn die Mittel Alkohol enthalten. Allerdings fehlen weiterhin wissenschaftliche Nachweise über die Wirksamkeit der homöopathischen Mittel, die über einen Placeboeffekt hinausgeht.

Homoöpathische Mittel werden je nach Ausprägung der Symptome und dem Allgemeinzustand des Patienten verordnet.

Aufgelistet sind die typischen Merkmale und die eingesetzten homöopathischen Medikamente:
↑ nach oben

Windpocken und Gürtelrose

Windpocken (Varizellen) sind eine akute Infektionskrankheit, bei der sich juckende Bläschen auf der Haut und den Schleimhäuten bilden. Die meisten Menschen erkranken in der Kindheit. Auslöser ist das Varizella-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion – also durch Husten und Niesen – übertragen wird. Ähnlich wie bei der Herpes-Simplex-Infektion, ziehen sich die Viren nach überstandener Krankheit im Körper zurück. Im fortgeschrittenen Lebensalter kann es dann zu einer Reaktivierung des Virus und einer Zweiterkrankung kommen, der Gürtelrose (Herpes Zoster). Auslöser können Stress, UV-Strahlung oder Erkrankungen sein. Häufig haben die Betroffenen ein geschwächtes Immunsystem.

Windpocken – juckende Bläschen am ganzen Körper

Erste Symptome der Windpocken treten zwischen 12 und 21 Tage nach der Infektion auf. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits vor dem Auftreten des Ausschlags und hält etwa noch fünf bis sieben Tage nach dem Auftreten der letzten Blasen an. Bei Windpocken können sich am ganzen Körper, besonders an Rumpf und Kopf, kleine rote Flecken bilden, die innerhalb von Stunden zu reiskorngroßen, juckenden Bläschen werden. Über mehrere Tage können diese Bläschen aufbrechen. Ältere Bläschen trüben ein und verkrusten. Auch die Schleimhäute sind gelegentlich von dem Ausschlag betroffen. Eventuell fühlen sich erkrankte Kinder abgeschlagen und haben leichtes Fieber. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit meist schwerer mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Mögliche Komplikationen sind unter anderem eine Varizellen-Pneumonie oder eine Hirnhautentzündung.

Werden die Bläschen nicht aufgekratzt, heilen Windpocken meist nach zwei bis drei Wochen ohne Narben ab. Manchmal ist die Haut jedoch auch massiv geschädigt oder es besteht ein ausgeprägter Juckreiz. Hier empfiehlt sich die Anwendung eines juckreizstillenden Puders. In schweren Fällen kann der Arzt auch den Wirkstoff Aciclovir verabreichen.

Seit 2004 ist eine Schutzimpfung zugelassen, die für alle Kinder und Jugendlichen empfohlen wird. Auch bei exponierten Personen und immunsupprimierten seronegativen Patienten sollte die Impfung durchgeführt werden.

Gürtelrose – gefürchtete Nervenschmerzen

Die Gürtelrose beginnt mit unspezifischen Krankheitszeichen: allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber. Das virenbefallene Nervengewebe verursacht brennende Schmerzen. Zwei bis drei Tage später kommt es zu stark schmerzenden, begrenzten Hautrötungen, auf denen sich wässrige Bläschen entwickeln. Den Nervenbahnen folgend, tritt der Ausschlag fast immer halbseitig auf. Nur in Ausnahmefällen übertritt er die Körpermitte oder erscheint beidseitig. Bei unkomplizierten Krankheitsverläufen verschwinden die Schmerzen in der Regel mit oder kurz nach dem Ausschlag innerhalb von vier Wochen. In vielen Fällen, vor allem bei älteren Menschen, halten sie aber noch monatelang an. Diese chronischen Schmerzen nennt man postzosterische Neuralgie (PZN).

Eine frühzeitige Behandlung mit virenhemmenden Mitteln kann den Verlauf der Erkrankung abmildern und das Risiko senken, dass es zu Komplikationen oder einer postzosterischen Neuralgie kommt. Außerdem gibt es einen Impfstoff, der die Häufigkeit und Schwere der Erkrankung und auch das Auftreten der postzosterischen Neuralgie mehr als halbieren kann. Derzeit ist der Impfstoff jedoch nur für Menschen ab 60 Jahren zugelassen. In Deutschland wird die Impfung zurzeit nicht empfohlen.
↑ nach oben

Bakterielle Hauterkrankungen

Die gesunde Haut ist normalerweise von zahlreichen Bakterien besiedelt, die in der Regel nicht krank machen. Zu dieser "Standortflora" gesellen sich immer wieder vorübergehend andere Keime, die "transiente Standortflora", die ebenso unbedenklich ist. Gegen hautfremde Bakterien, also potentielle Krankheitserreger, ist die Haut zudem gut geschützt: ein hauteigener Schutzfilm, die Hornschicht der Oberhaut und Abwehrreaktionen machen es Keimen schwer, überhaupt in die Haut einzudringen. Nur, wenn diese Schutzbarriere bereits auf irgendeine Art geschädigt ist, können mäßig aggressive Erreger eindringen und eine Hautkrankheit hervorrufen. Solche Schädigungen können Hautreizungen, Verletzungen, Störungen von Schutzmechanismen der Haut oder generelle Abwehrstörungen sein.

Häufige bakterielle Hauterkrankungen sind Haarbalgentzündungen (Follikulitis), die sich zu Furunkeln oder Abszessen auswachsen können, die Impetigo contagiosa (Eiterflechte), die vor allem Säuglinge betrifft, oder das Erysipel (Wundrose).
↑ nach oben

Haarbalgentzündungen (Follikulitis)

Eine Follikulitis ist eine Entzündung des Haarbalges, meist bedingt durch Staphylokokken, aber auch durch Streptokokken oder andere Keime. Die Bakterien dringen in die Haarfollikel ein und verursachen eine Entzündung, die durch ein Eiterbläschen auf der Haut sichtbar wird, das meist noch von dem befallenen Haar durchbohrt ist. Die Follikulitis kann an allen behaarten Körperstellen auftreten. Am häufigsten ist sie aber auf dem Kopf, in der Bartgegend, am Gesäß und im Brust- und Rumpfbereich. Feucht-warmes Klima fördert das Entstehen von Haarbalgentzündungen.

Bei einem Furunkel greift die Entzündung auf den gesamten Haarbalg über. Es entsteht ein tiefgelegener Eiterpfropf, der manchmal nur schwer durch die tiefen Hautschichten hindurch an die Oberfläche dringen kann. Der Eiter und das ebenfalls entzündete umliegende Gewebe führen zu einer schmerzhaften Schwellung. Liegen mehrere Furunkel nebeneinander und verschmelzen deren Eiterhöhlen miteinander, spricht man von einem Karbunkel.

Gefürchtete Komplikation von Furunkeln und Karbunkeln ist die mögliche Ausbreitung der Entzündung. Wird das benachbarte Bindegewebe infiziert, spricht man von Phlegmonen. Breitet sich die Infektion gar auf den ganzen Körper aus, droht eine Sepsis. Durch Furunkel und Karbunkel, die sich im Gesicht oberhalb der Oberlippe befinden, können die Bakterien in einem kleinen Gefäß, dem Sinus cavernosus, eine Blutverklumpung verursachen, die Sinus-cavernosus-Thrombose. Durch eine direkte Verbindung zu den großen Hirngefäßen kann es in Folge zu einer lebensbedrohlichen Hirnvenenthrombose kommen.

Bildet sich infolge eines entzündlichen Prozesses ein neuer Hohlraum im Gewebe, der mit Eiter gefüllt ist, spricht man von einem Abszess. Besonders hartnäckig sind Schweißdrüsenabszesse, die sich häufig in den Achselhöhlen, im Genital- oder Leistenbereich ausbilden.

Therapie der Haarbalkentzündungen
Eine oberflächliche Follikulitis heilt häufig spontan ab. Ansonsten ist in der Regel eine örtliche Behandlung mit antiseptischen Mitteln ausreichend. Geht die Entzündung tiefer oder hat sich bereits ein Furunkel, Karbunkel oder Abszess gebildet, gilt für die Behandlung die Regel des Hippokrates „Ubi pus, ibi evacua", auf Deutsch "Wo Eiter ist, dort entleere ihn". Der Arzt sticht mit einem Skalpell in die Eiterhöhle, damit sich der Eiter entleeren kann und der Entzündungsprozess nicht weiter fortschreitet Ist der Befund besonders schwer, erfolgt außerdem die antibiotische Behandlung unter Umständen mit intravenösen Infusionen. Es gilt, die Ausbreitung der Bakterien, vor allem in die Blutbahn zu verhindern.

Wenn sich Haarbalgentzündungen häufen, sollte immer auch nach einer möglichen zugrundeliegenden Krankheit geforscht werden. Besonders Diabetiker und Nierenkranke sind anfällig für Furunkel.
↑ nach oben

Eiterflechte (Impetigo contagiosa)

Von der Impetigo contagiosa, auch Grind-, Eiter- oder Borkenflechte genannt, sind vor allem Kinder und Neugeborenen betroffen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer kleinblasigen Variante, die überwiegend von Streptokokken verursacht wird und einer großblasigen Form, deren Ursache meist Staphylokokken sind. Bei der kleinblasigen Impetigo findet man kurzlebige, dünnwandige Bläschen und nässende Herde mit Pusteln und gelblichen Eiterkrusten. Die großblasige Form zeigt sich mit stabileren zentimetergroßen Blasen, die nach dem Platzen Schuppenkrusten bilden.

Die Impetigo contagiosa ist hoch ansteckend und verbreitet sich über Schmierinfektion schnell auf weitere Hautareale oder innerhalb einer Familie oder Gemeinschaftseinrichtung. Der Inhalt der Bläschen der Impetigo contagiosa und die dadurch hervorgerufenen nässenden Hautstellen enthalten massenhaft die verursachenden Erreger. Die Keime dringen aggressiv über kleinste Verletzungen in die Haut ein. Kinder mit vorgeschädigter Haut, wie beispielsweise bei Neurodermitis, sind besonders gefährdet.
↑ nach oben

Behandlung der Eiterflechte
Solange die betroffenen Hautstellen nicht abgeheilt sind, dürfen Patienten daher auch keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen. Zur Vorbeugung und Behandlung der Impetigo contagiosa dient vor allem sorgfältige Hygiene:
  • häufiges Händewaschen
  • Abdecken der betroffenen Hautareale, wo es möglich ist
  • Unterdrücken des Kratzens,
  • kurz geschnittene Fingernägel,
  • häufiges heißes Waschen von Handtüchern und Wäsche
Werden diese Regeln beachtet, kommt es häufig zu einer spontanen Heilung. Ansonsten kann die Haut örtlich mit antibiotikahaltigen Salben oder desinfizierenden Lösungen, Bädern und Umschlägen im Heilungsprozess unterstützt werden. In schwereren Fällen wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, das eingenommen werden muss.
↑ nach oben

Wundrose (Erysipel)

Das Erysipel, das auch Wundrose oder Rotlauf genannt wird, ist eine bakterielle Entzündung tieferer Hautschichten und Lymphwege. Ausgehend von kleinen Hautverletzungen wie Ekzemen, anderen Wunden (daher der Name "Wundrose") oder Fußpilz dringen Streptokokken, selten auch Staphylokokken, in die Haut ein und breiten sich rasch über die Lymphspalten der Haut aus. Die Haut entzündet sich und es entsteht eine scharf abgegrenzte Hautrötung, die sich bald heiß anfühlt und schmerzt. Hinzu kommen ein gestörtes Allgemeinbefinden, Schüttelfrost und hohes Fieber. Das Erysipel heilt selten von alleine aus. Meistens schreitet es fort und muss im Krankenhaus behandelt werden. Menschen, die schon einmal an einem Erysipel erkrankt waren, bekommen es schneller wieder. Wird ein Erysipel nicht ausreichend therapiert oder kommt es häufig wieder, vernarben die betroffenen Lymphgefäße und es besteht die Gefahr eines chronischen Lymphödems, einer dauerhaften Wasseransammlung zwischen den Zellen. Im schlimmsten Fall führt dies zu einer Elephantiasis, einer abnormen Vergrößerung eines Körperteils.
↑ nach oben

Behandlung der Wundrose (Erysipel)

Das Erysipel muss schnell und intensiv mit Antibiotika behandelt werden. In der Regel bekommen Patienten dazu im Krankenhaus eine Infusion. Nur in leichten Fällen kann eine ambulante Therapie mit Tabletten gewagt werden. Auf jeden Fall sollten Patienten strenge Bettruhe einhalten. Unterstützend können die betroffenen Hautareale mit kühlenden, desinfizierenden Umschlägen behandelt werden. Der betroffene Bereich wird hoch gelagert und ruhig gestellt.

Bestimmte Hautkrankheiten und allgemeine Erkrankungen können die Anfälligkeit für die Bildung eines Erysipels steigern. Daher müssen bei Menschen, die zu Erysipelbildung neigen, Grunderkrankungen so gut wie möglich therapiert werden. Dies gilt besonders für offene Eintrittspforten für die Bakterien wie etwa Fuß- oder Nagelpilz.
↑ nach oben

Hautparasiten

Typische Parasiten der Haut sind in unseren Breitengraden die Krätzmilbe, die verschiedenen Läusearten, Flöhe, Wanzen und Zecken. Entgegen der weitläufigen Meinung sind nicht alle dieser Parasiten Zeichen für mangelnde Hygiene. Der Befall mit Krätzmilben oder Läusen muss immer mithilfe von speziellen Mitteln therapiert werden – Wasser und Seife reichen nicht aus. Da diese Parasiten von Mensch zu Mensch übertragen werden, treten sie meist gehäuft an Orten auf, wo viele Menschen zusammenkommen, wie beispielsweise Kindergärten, Schulen oder Altenheime. Meist ruft ein Befall mit Hautparasiten Symptome wie Juckreiz hervor – sie können aber auch zum Teil gefährliche Krankheiten übertragen. Deshalb sollte immer eine sofortige und sorgfältige Therapie erfolgen.
↑ nach oben

Krätze (Skabies)

Die Krätze oder Skabies wird durch Milben hervorgerufen, die sich in die oberen Hautschichten bohren und dort ihre Eier ablegen. In der Regel graben die Milben ihre Gänge an weichen, dünnen, feuchtwarmen Hautstellen, insbesondere zwischen den Fingern, im Bereich der Handgelenke und Unterarme sowie im Genitalbereich. Typischerweise kommt es zu einem starken, meist nächtlichen Juckreiz, der über längere Zeit andauern kann. Die Krätze ist in der Regel gut therapierbar. Der häufig vermutete Zusammenhang zwischen schlechter Körperhygiene und dem Auftreten von Skabies besteht laut dem Robert Koch Institut höchstwahrscheinlich nicht. Krätze kann sich überall dort ausbreiten, wo viele Menschen zusammenkommen und in direktem körperlichen Kontakt stehen. Betroffen sind vor allem Alten- und Pflegeheime, aber auch Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser.

Behandlung der Krätze

Krätze wird entweder mit Hautcremes, -sprays oder Tabletten behandelt, die die Milben abtöten. Mittel der Wahl ist eine permethrinhaltige Creme, die am besten abends auf den gesamten Körper aufgetragen und am nächsten Morgen mit Seife wieder abgewaschen wird. In der Regel reicht eine einmalige Anwendung. Die Substanz kann in abgeschwächter Konzentration auch bei Neugeborenen, Säuglingen, Schwangeren und Stillenden eingesetzt werden und wird meist gut vertragen. Aufgrund zahlreicher Kontraindikationen und stärkerer Nebenwirkungen sind das Allethrin-Spray und das Benzylbenzoat Hautmittel zweiter Wahl. Bei hartnäckigen Epidemien in Pflegeheimen ist die Behandlung aller Heimbewohner und ihrer Kontaktpersonen, also auch des Pflegepersonals, oftmals die einzige Möglichkeit, die lästigen Milben loszuwerden. Während der Behandlung müssen Bettwäsche und Unterwäsche von Patienten täglich gewechselt und gereinigt werden. Auch die Desinfektion von Räumen, Fußböden, Vorhängen, Matratzen und Möbeln kann eine Weiterverbreitung der Milben verhindern.

↑ nach oben

Läuse

Läuse kommen weltweit vor und breiten sich von Mensch zu Mensch bei engen Körperkontakten aus. Daher gibt es – vor allem bei Kopfläusen – immer wieder größere Ausbrüche von Läusebefall in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Ein Befall mit Läusen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun: Wasser, Shampoo und Seife beseitigen die Läuse nicht. Läuse sind aber gegen Hitze und Kälte empfindlich und brauchen zum Überleben ständige Blutmahlzeiten.

Kopfläuse
führen zu einem starken Juckreiz im Bereich der Kopfhaut und des Nackens. Bei genauerem Hinsehen kann man die an den Haaren festhaftenden Eier der Läuse (Nissen) erkennen. Die eher seltener vorkommende Kleiderlaus führt durch ihren Biss ebenfalls zu starkem Juckreiz mit Bildung von Quaddeln auf der Haut. Die Läuse und ihre Eier findet man in Nähten und Falten der Kleidung. Über ihren Kot übertragen Kleiderläuse Krankheiten wie etwa das bakterielle Fleckfieber. Filzläuse befallen schweißdrüsenreiche behaarte Regionen wie Achselhöhlen, Schambereich und Brust. Auch sie verursachen starken Juckreiz.

Weil sich Kopfläuse unter Menschen mit engem Kontakt sehr schnell verbreiten, müssen bei einem Kopflausbefall immer auch alle Kontaktpersonen untersucht werden. Für Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Schulen und Kindergärten besteht Meldepflicht.

Behandlung bei Läusen

Es gibt verschiedene Wirkstoffe gegen Kopfläuse, z.B. Allethrin, Permethrin, Pyrethrum. Seit dem 01.07.2008 sind auch Mittel mit dem Wirkstoff Dimeticon verordnungs- und erstattungsfähig. Dimeticon ist ein Silikonöl, das die Atemöffnungen von Läusen und Nissen verstopfen soll. Im Gegensatz zu den anderen Mitteln wirkt es nicht insektizid und ist deshalb wesentlich nebenwirkungsärmer. Auch andere ölhaltige Medizin-Präparate, wie etwa Kokosöl-Mittel, sind laut Robert Koch Institut eine ungiftige und wirksame Behandlungsalternative. Lindanhaltige Läusemittel sind in Deutschland seit 2008 nicht mehr zugelassen.

Beachten Sie bei allen Mitteln unbedingt die Anwendungshinweise. Läuse sind hartnäckig – man wird sie nur durch die richtige Anwendung der Präparate los. Zudem belasten die insektizid wirkenden Mittel bei falscher Verwendung den Organismus zusätzlich. In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen einige Präparate nicht angewandt werden. Bei der Therapie von Säuglingen und Kleinkindern ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Lange Haare brauchen für die Behandlung heute nicht mehr abgeschnitten werden, allerdings erleichtert ein kurzer Haarschnitt die Anwendungen.

Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt folgendes Therapie-Schema bei Kopfläuse-Befall:

Tag 1 und Tag 10:
Haare mit Läuseshampoo waschen, danach mit Haarpflegespülung behandeln und mit einem Läusekamm nass auskämmen

Tag 5, 13 und 17:
Haare nach dem Waschen mit Haarpflegespülung behandeln, anschließend mit einem Läusekamm nass auskämmen

Kämme
, Haarbürsten, Haargummis etc. in heißer Seifenlösung reinigen

Wäsche
wechseln, auch Jacken und Mäntel

Mützen
, Schals, Fahrradhelm, Kuscheltiere, Kissen etc. für 3 Tage in geschlossener Plastiktüte aufbewahren.

Bei Kleiderläusen und Filzläusen behandelt man die Hauterscheinungen wie bei Kopfläusen. Kleidungsstücke und Bettzeug werden gekocht oder mit Insektiziden entwest. Bleiben sie 10 Tage unbenutzt, sind die Läuse auch ohne weitere Maßnahmen abgestorben. Sowohl bei den Kleider-, als auch bei den Filzläusen sind Kontaktpersonen zu untersuchen und falls nötig zu behandeln.
↑ nach oben

Flöhe

Flohbisse findet man häufig an Stellen, die von Kleidung bedeckt sind. Es handelt sich um rötliche Quaddeln, die stark jucken. Meist finden sich mehrere Flohbisse in einer Reihe. Flöhe haben in der Regel einen bevorzugten Wirt, aber sie saugen auch Blut bei anderen Wirten. So gibt es Menschen-, Hunde-, Katzen- oder Hühnerflöhe. Durch den hohen Hygienestandard in Industrienationen ist der Menschenfloh hier selten geworden. In unseren Breiten sind daher meist Menschen von Stichen der Flöhe ihrer Haustiere betroffen. Flöhe sind als Überträger von Krankheiten wie Pest, Fleckfieber und Tularämie bekannt. In tropischen Gebieten spielen sie als Krankheitsüberträger immer noch eine große Rolle.

Behandlung von Flohbissen

Flohbisse werden symptomatisch mit einem Anti-Histaminikum gegen den Juckreiz behandelt. Ansonsten reicht es meist aus, die häusliche Umgebung gründlich zu reinigen und zu saugen und Haustiere flohfrei zu halten. Bei stärkerem Befall muss ein Kammerjäger hinzugezogen werden.
↑ nach oben

Wanzen

Bettwanzen sind in den letzten Jahren in Industrienationen wieder häufiger geworden. Grund hierfür sind Fernreisen, veränderte Schädlingsbekämpfung in Hotels und Resistenzen der Parasiten. Die Stiche der Wanzen hinterlassen Quaddeln, die oft länger als eine Woche jucken können. Wanzen sind lichtscheu und verbergen sich tagsüber in dunklen und trockenen Ritzen und Spalten. In der Wanze kann man unterschiedliche Krankheitserreger finden, ein Übertragungsrisiko ist jedoch bisher noch nicht nachgewiesen worden.

Wanzen wird man nur mit Hilfe eines Kammerjägers los, der die Wohnung mit Insektiziden behandelt.
↑ nach oben

Zecken

Zecken (Umgangssprache: Holzbock) fallen nicht, wie häufig angenommen wird, „von den Bäumen herab“, sondern sie leben in Bodennähe in hohem Gras, Unterholz, Sträuchern und Gebüschen sowie in losem Laub. Beim „Stich“ (eigentlich handelt es sich eher um eine Bohrung, da Zecken weder beißen noch stechen) werden über den Speichel der Zecke verschiedene Krankheiten übertragen, so die Borreliose und die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME).

Behandlung bei Zeckenbefall

Ist die Zecke noch an der Haut, sollten Sie diese vorsichtig mit einer Zeckenpinzette entfernen (lassen). Achten Sie dabei darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird, da sonst vermehrt infektiöses Sekret in die Haut gelangt. Die medikamentöse Behandlung hängt von der Art der Infektion und dem Erkrankungsstadium ab. In bestimmten Risikogebieten ist es ratsam, sich gegen FSME impfen zu lassen.
↑ nach oben

Fuß mit Warze
© Turelio/GnuFreeDocumentationLicense
Warzen werden durch Viren verursacht. Sie können durch Hornhaut-abschälende Mittel oder durch Vereisung mit Flüssigstickstoff entfernt werden.
Herpes simplex
© iStockphoto
Lippenbläschen entstehen durch Herpesviren. Die Viren verbleiben meist ein Leben lang im Körper und machen sich bemerkbar, wenn das Immunsystem durch Krankheit oder Stress geschwächt ist.
Herpes-Behandlung
© iStockphoto
Gegen Lippen-Herpes helfen antivirale Mittel. Sie sollten von Beginn an mehrmals täglich aufgetragen werden.
Gürtelrose-Bläschen auf der Brust
© Wikimedia, GNU
Die Gürtelrose äußert sich mit einem Hautausschlag aus gruppierten Bläschen und starken Nervenschmerzen.
Grafik: Haarfollikel
© Shutterstock
Bei einer Follikulitis entzünden sich die Haarfollikel, aus denen das Haar sprießt. Bildet sich ein Eiterpfropf, spricht man von einem Furunkel.
Bettwanze
© CDC/PublicDomain
Wanzen kommen vor allem in wärmeren Ländern vor, sie sind aber auch in unseren Breitengraden zu finden. Ihre Einstiche liegen meist fußstapfenartig hintereinander, sie schwellen an und jucken.