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descriptionNackte Haut
Unsere äußere Schutzhülle ist nicht nur als Sinnesorgan lebenswichtig – die Haut hilft Wasserhaushalt und Temperatur zu regulieren. Sie ist unser größtes Organ.
descriptionHände mit Cremeflasche
Abgestimmt auf den Hauttyp, unterstützt gezielte Pflege die Haut in ihrer Schutzfunktion, hält sie gesund und schön. Auch die Ernährung spielt eine Rolle.
descriptionKopflaus
Verschiedene Krankheitserreger greifen die Haut von außen an. Neben Pilzen, Viren und Bakterien können auch Parasiten zu Hautproblemen führen.
descriptionGesicht mit Akne, Wattepad
Oft sind Hautveränderungen Anzeichen einer Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe. Hormone und Immunsystem sind zusätzlich beteiligt.
descriptionStirnglatze
Nagelveränderungen, Haarausfall und übermäßiges Schwitzen: keine schlimmen Krankheiten, aber belastend. Die Probleme lassen sich oft nicht beheben, nur reduzieren.
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Körpereigene Prozesse – Allergien, Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte

Veränderungen und Krankheitszeichen der Haut entstehen nicht nur durch äußerliche Einflüsse. Häufig werden sie durch innerliche Prozesse ausgelöst. Das ist vor allem der Fall bei Allergien und Akne, aber auch bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Oft spielen Reizstoffe eine Rolle, ausschlaggebend können auch der Hormonhaushalt und Immunrekationen sein. Gründliche Behandlung ist ratsam, damit keine Narben bleiben.

Im Überblick



Allergische Hautreaktionen

Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers gegen einen bestimmten Stoff.

Unter einer Allergie wird eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers gegen einen bestimmten Stoff verstanden. Das Immunsystem reagiert auf eigentlich harmlose, aber körperfremde Substanzen (Antigene) in überschießender Form. Normalerweise wehren Abwehrzellen und Antikörper Angreifer wie Bakterien, Viren und Giftstoffe ab. Warum das Immunsystem bei einer Allergie Stoffe, die für den Körper ungefährlich sind, wie Nahrungsmittel, Medikamente oder Duftstoffe, als schädlich interpretiert und unangemessen heftig angreift, ist nicht abschließend geklärt. Man nimmt an, dass eine zunehmende Fremdstoffkonzentration in Nahrung und Umwelt sowie ein durch hohe Hygienestandards untrainiertes Immunsystem eine Rolle spielen könnten. Außerdem lässt sich beobachten, dass das Allergierisiko auch erblich bedingt steigt, wenn die Eltern zu Allergien neigen.

Wenn der menschliche Körper scheinbar plötzlich auf ein Antigen allergisch reagiert, ist dem in der Regel eine jahre- oder jahrzehntelange Phase vorausgegangen, in der der Körper die Allergie entwickelt hat. In dieser Sensibilisierungsphase laufen unbemerkt Immunisierungsprozesse ab, die das Antigen für den Körper zum Allergen werden lassen.

Man unterscheidet vier verschiedene allergische Reaktionen.
  • Typ-I-Reaktion (allergische Sofortreaktion)
  • Typ-II-Reaktion (zytotoxische Reaktion mit der Zerstörung körpereigener Zellen)
  • Typ-III-Reaktion (Immunkomplexbildung)
  • Typ-IV-Reaktion (zellvermittelte Immunantwort)
Die meisten Allergien sind Typ-I-Reaktionen vom Soforttyp. Die Symptome treten sofort nach Kontakt mit einem Allergen auf. Allerdings findet diese Reaktion erst ab dem Zweitkontakt mit dem Allergen statt. Nach dem ersten Kontakt wird in einer symptomlosen Phase zunächst vermehrt Immunglobulin E, ein Antikörper, gebildet, an den sich dann beim Zweitkontakt sofort das Allergen binden kann. Dadurch kommt es zur Histaminfreisetzung aus den Mastzellen, was zu den allergischen Symptomen führt. Als Reaktionen der Haut findet man beispielsweise die Nesselsucht (Urtikaria). Eine verzögerte oder späte Immunantwort der Typ-IV-Reaktion zeigt das Kontaktekzem, das erst in zeitlicher Verschiebung erscheint.

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Nesselsucht (Urticaria)

Als Nesselsucht (Urticaria) wird eine Quaddelbildung der Haut bezeichnet, die der Reaktion der Haut auf den Kontakt mit Brennnesseln gleicht. Quaddeln können in verschiedenen Größen (wenige Millimeter groß bis großflächig), Formen (rund, oval, asymmetrisch), Farben (rot oder weiß) und unterschiedlicher Anzahl auftreten. Den Quaddeln liegt eine Ausschüttung von entzündungsauslösenden Substanzen (vor allem Histamin) aus den Mastzellen in der Lederhaut zugrunde. Dadurch weiten sich die Blutgefäße, werden durchlässiger für Flüssigkeiten und Entzündungsstoffe: die Haut rötet sich, schwillt an und juckt oder schmerzt.

Beim Quincke-Ödem kommt es durch den gleichen Wirkmechanismus zu Wassereinlagerungen in tieferen Schichten der Haut. Es zeigen sich massive Schwellungen, zum Beispiel im Gesicht. Falls die Luftwege betroffen sind, besteht Erstickungsgefahr. Das Quincke-Ödem tritt häufig zusammen mit einer Urticaria auf.

Die Aktivierung der Mastzellen erfolgt auf unterschiedlichsten Wegen:
  • Allergische Antwort vom Soforttyp (durch Bindung eines Allergen- IgE Antikörper-Komplexes an die Mastzelle wird Histamin aus der Mastzelle ausgeschüttet)
  • Überempfindlichkeits- und Intoleranzreaktionen (die Mastzellen können von bestimmten Stoffen (z.B. Schmerzmedikamenten, Penicillinen und verschiedenen Nahrungsmittel) direkt zur Ausschüttung des Histamins gebracht werden)
  • Physikalische Reize (Kälte, Wärme, Licht oder Druck)
  • Innere Faktoren (Infektionen, Entzündungen, Tumore, seelische Belastungen)
  • Ungeklärte Wirkmechanismen
Bei allergischen Reaktionen vom Soforttyp besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks: Binnen Minuten kommt es durch Kreislaufzusammenbruch und Bronchialkrämpfe zu einem lebensbedrohlichen Zustand.

Behandlung

Bei der Behandlung von Hautreaktionen wie Urticaria und Quincke-Ödem ist vor allem die Ausschaltung der auslösenden Ursache entscheidend. Diese sind vielfältig (Allergien, Medikamente, Infektionsherd, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nahrungsmittelzusätze etc.) und machen eine eingehende Diagnostik notwendig. Liegt eine Nahrungsmittel- oder sonstige Unverträglichkeit vor, muss der Betroffene bestimmte Diätmaßnahmen einhalten.

Die Symptome bei Urticaria und Quincke-Ödem lassen sich sehr gut mit Antihistaminika behandeln. Diese besetzen die Rezeptoren für das Histamin und verhindern damit die Quaddelbildung und den Juckreiz. In ausgeprägten Fällen mit Schleimhautschwellung im Bereich der Atemwege, Übelkeit und Kreislaufbeteiligung können Kortisonpräparate zum Einsatz kommen, die die Entzündungsreaktionen des Körpers generell heruntersetzen. Eine Kehlkopfschwellung mit Erstickungsgefahr muss unter Umständen sofort notfallmäßig mit einem Luftröhrenschnitt oder einer künstlichen Beatmung behandelt werden.
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Allergisches Kontaktekzem

Das allergische Kontaktekzem entwickelt sich erst 24 bis 48 Stunden nach Kontakt mit der entsprechenden Substanz und wird deshalb als allergische Reaktion vom Spättyp bezeichnet. Anders als bei der Nesselsucht wird die Reaktion nicht durch IgE-Antikörper, sondern durch bestimmte Zellen aus der Reihe der weißen Blutkörperchen, den T-Lymphozyten, vermittelt.

Die Haut entzündet sich an den betroffenen Stellen und ist zunächst gerötet. Später bilden sich nässende Bläschen und Risse in der Haut. In der Abheilungsphase ist die Haut immer noch gerötet und schuppt sich. Die gereizten Hautpartien können stark jucken oder brennen. Ein länger bestehendes Ekzem verändert die Haut: Sie wird dicker, das Faltenrelief vergröbert sich und es kann zu übermäßiger Hornhautbildung kommen.

Häufige Auslöser des Kontaktekzems sind: Metalle (vor allem Nickel), Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Medikamente oder Salbengrundlagen. Häufig sind Personen betroffen, die schon andere Allergien aufweisen, zum Beispiel Heuschnupfen, oder eine Neigung zu einer trockenen, empfindlichen Haut haben. Auch vorgeschädigte Haut hat ein erhöhtes Risiko, eine Allergie zu entwickeln. Wichtigstes Diagnoseverfahren für das Kontaktekzem ist der Epikutantest. Dabei werden Pflaster auf den Rücken des Betroffenen geklebt, die mit den in Frage kommenden Stoffen getränkt sind. Die Hautreaktionen werden nach 24, 48 und 72 Stunden abgelesen.

Maßnahmen beim Kontaktekzem

Auch für eine erfolgreiche Therapie des Kontaktekzems ist das Meiden der schädigenden Substanz entscheidend. So kann in manchen Fällen ein Berufswechsel oder eine Umschulung notwendig sein, beispielsweise bei Friseuren mit Farbstoffallergie. Die Hautsymptome werden mit juckreizstillenden Lotionen oder Cremes behandelt. Schnell wirksam sind beispielsweise Kortisonpräparate. Chronische Ekzeme sollten mit fetthaltigen Zubereitungen behandelt werden.

Nichtallergisches (toxisches) Kontaktekzem

Wirken reizende oder giftige Stoffe auf die Haut ein oder wird sie mechanisch zu stark beansprucht, kann sich ein nichtallergisches oder toxisches Kontaktekzem entwickeln. Schädigende Substanzen wie etwa Säuren, Laugen, Seifen oder Desinfektionsmittel greifen von außen die oberste Hautschicht an und reizen sie. Die Reaktion der Haut ist abhängig von der Konzentration des Stoffes und von der Dauer und Häufigkeit des Kontakts. Sie kann beispielsweise auch durch häufigen Wasserkontakt geschädigt werden. Ist die oberste Schicht der Haut, die Hornhaut, geschädigt und sind die natürlichen Schutzmechanismen erschöpft, entwickelt sich als Reaktion das Ekzem. Besonders häufig sind demnach Menschen betroffen, die von Natur aus eine zarte und empfindliche Haut besitzen oder deren Fett- und Säuremantel geschädigt ist.
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Akne

Die Akne ist die weltweit häufigste Erkrankung der Haut. Meistens sind junge Menschen in der Pubertät betroffen. Die Erkrankung kann zu einer starken psychischen Belastung werden. Mit der Behandlung durch einen Facharzt und den richtigen Medikamenten kann die Akne aber gut behandelt werden.

Die gewöhnliche Akne (Acne vulgaris) ist die weltweit häufigste Hauterkrankung. Sie betrifft hauptsächlich die Hautregionen, in denen sich besonders viele Talgdrüsenfollikel befinden. Die genauen Ursachen sind bis heute nicht abschließend geklärt und hängen von mehreren Faktoren ab.

Zwei Drittel aller Betroffenen sind junge Menschen. Ihren Höhepunkt erreicht die Akne meist während der Pubertät. Die Veränderungen der Haut treten besonders im Gesicht, am Rücken und der mittleren Brustregion auf. Leichte Formen der Akne äußern sich durch fettige Haut und Mitesser, sogenannte Komedonen. Bei stärkeren Formen kommen eitergefüllte Bläschen, die sogenannten Pusteln hinzu. In schweren Fällen treten eitrig entzündete Knoten oder Zysten in der Haut auf. Bei ausgeprägten Formen können Narben zurückbleiben.

Jungen sind meist schwerer und häufiger betroffen als Mädchen. Eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Akne spielt das männliche Hormon Testosteron. In erster Linie ist Testosteron ein Geschlechtshormon. Es stimuliert aber beispielsweise auch die Talgdrüsen der Haut, mehr Fett zu produzieren. Diese Wirkung beginnt sich in der Pubertät zu entfalten. Das äußert sich bei vielen Teenagern durch eine fettglänzende Haut. Ein zweiter von vielen Faktoren, die zur Akne beitragen: die Verhornung der Hautzellen ist gestört.

Grundsätzlich ist die Akne eine Erkrankung der Talgdrüsenfollikel. Der Talg aus diesen Follikeln gelangt normalerweise über feine Kanälchen an die Hautoberfläche. Sind diese Kanäle durch übermäßige Talgproduktion und Verhornungsstörungen der Haut verstopft, entstehen kleine Pfropfen (sogenannte Komedonen). Kommt Luft an einen Pfropf, oxidiert das enthaltene Pigment Melanin. Der Pfropf ist dann als dunkler Mitesser zu erkennen. In dem Pfropf befinden sich Fettsäuren, die die Zellen der Haut stark reizen können. Dadurch entstehen die Entzündungsherde, die so typisch für die schwereren Formen der Akne sind. Oft kommt es zur Eiterbildung und bei starken Entzündungen zur Zerstörungen von Hautschichten. Folge sind dann häufig Vernarbungen der Haut.

Bei den Vorgängen an den Follikeln spielt auch das Bakterium Propionibacterium acnes eine Rolle. Diese Erreger befinden sich in den Talgpfropfen und kurbeln die Produktion der Fettsäuren weiter an – der Entzündungsprozess wird verstärkt.
Über den Zusammenhang zwischen der Aufnahme von bestimmten Nahrungsmitteln wie Schokolade oder Chips und Akne, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse.

Dass die Akne besonders in der Pubertät auftritt, hängt damit zusammen, dass sich der Hormonhaushalt, insbesondere der Testosteronhaushalt, und damit auch die Talgproduktion in dieser Zeit erst „einspielen“ müssen. Spätestens, wenn sich das Zusammenspiel der Hormone mit Mitte Zwanzig eingependelt hat, lässt in den meisten Fällen auch die Akne nach. Manchmal haben aber auch Erwachsene mit der Erkrankung zu kämpfen, die in ihrer Pubertät nie an Akne gelitten haben.

Die Ursachen für die gewöhnliche Akne sind sehr komplex und bis heute nicht vollständig geklärt. So spielen neben den genannten Ursachen auch eine höhere Empfindlichkeit der Haarfollikel und Immunreaktionen eine Rolle. In selteneren Fällen wird Akne auch durch Medikamente (zum Beispiel Kortison, Vitaminpräparate), Öl, Teer oder Kosmetika ausgelöst.
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Aknebehandlung

Wer seine Akne behandeln will, sollte unbedingt einen Hautarzt zurate ziehen. Die Beratung und Behandlung durch einen Facharzt ist wichtig. Die Akne auf eigene Faust zu behandeln, ist nicht zu empfehlen. Denn selbst an der Haut „rumzudoktern“ kann Narben hinterlassen und die Akne noch weiter verstärken.

Eine erfolgreiche Behandlung der Akne ist möglich. Die Betroffenen brauchen allerdings oft Geduld. Die Therapie kann langwierig sein und sich womöglich über Monate und Jahre erstrecken. Betroffene müssen regelmäßig zum Hautarzt gehen. Außerdem gilt: Je früher die Behandlung beginnt, desto erfolgreicher die Therapie. Zeigen sich erste Symptome der Akne, sollte möglichst schnell gehandelt werden. Konsultieren Sie einen Hautarzt. Bis zu einem Drittel aller Betroffenen müssen ihre Akne medikamentös behandeln lassen.

Grundsätzlich müssen bei der Akne drei Dinge behandelt werden:
  • die übermäßige Talg- beziehungsweise Fettproduktion
  • die Verhornungsstörungen der Haut
  • die Bakterien, die an den Entzündungsreaktionen bei der Akne beteiligt sind
Äußerliche Behandlung

Besonders wichtig bei Akne ist die richtige Reinigung der Haut. Bei schlimmen Ausprägungen haben Betroffene oft den Wunsch, die Akne „wegzurubbeln“ oder mit allen Mitteln auszutrocknen. Die Haut ist durch die Akne aber bereits angegriffen. Deswegen sollte sie mild und besonders schonend gepflegt werden.

Gegen den übermäßigen Fettgehalt der Haut helfen milde synthetische Waschmittel (Syndets). Zweimaliges Reinigen pro Tag reichen in der Regel aus. Alkoholische Lösungen verringern den Fettfilm auf der Haut und wirken antiseptisch.

Bei nicht entzündlichen Formen der Akne werden meist sogenannte Retinoide (Substanzen, die mit dem Vitamin A verwandt sind) angewendet. Diese Präparate, wie zum Beispiel die Vitamin-A-Säure, führen zur Schälung der Haut und beseitigen die Verhornung an den Kanälen der Talgdrüsen. Dadurch kann der Talg ungehindert auf die Hautoberfläche abfließen. So entstehen keine Pfropfen in den Kanälen, die sich entzünden können. Typischerweise verschlechtert sich das Hautbild bei der Behandlung mit Retinoiden zunächst. Es kann zu Rötung und Schuppung kommen. Das bedeutet nicht, dass das Mitteln nicht vertragen wird und die Behandlung abgebrochen werden sollte. Kommt es aber langfristig zu keiner Verbesserung des Hautbilds, sollte der behandelnde Arzt zu rate gezogen werden.

Zusätzlich antibakteriell wirken Präparate, die Benzoylperoxid enthalten. Dieser Wirkstoff wird bei entzündlichen Formen der Akne eingesetzt. Auch bei der Anwendung von Benzoylperoxid kann es zu trockener, geröteter oder schuppender Haut kommen. Halten Sie diese schwierige Startphase durch! Die Ergebnisse können sich nach einigen Wochen oft sehen lassen. Da sich die Haut bei der Behandlung aber stark schälen kann, sind in dieser Zeit Sonnenbäder und Besuche im Solarium nicht ratsam. Die Haut ist weniger vor der UV-Strahlung geschützt. Bei etwas schwereren Fällen kommen auch Cremes oder Gels zum Einsatz, die Antibiotika enthalten. Wirkstoff ist hier meistens Erythromycin.

Innerliche Anwendung

Bei schwerer Form der Akne kommen Antibiotika zur innerlichen Anwendung. Hierbei werden am häufigsten Tetracycline, Erythromycin und Clindamycin verwendet. Das Antibiotikum gelangt über das Blut zu den Entzündungsherden an den Talgdrüsen, reichert sich dort an und wirkt den Entzündungen an den Talgdrüsen entgegen. Tetracycline sind allerdings nicht frei von Nebenwirkungen: Sie können zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut führen. Im Sommer oder parallel zu einer Lichttherapie ist ihre Anwendung nicht ratsam. Tetracycline können auch die Magenschleimhaut reizen. Sie sollten daher nicht bei Magengeschwüren oder Reizungen der Magenschleimhaut eingesetzt werden.

Die Antibiotika Minocyclin und Doxycyclin haben etwas weniger Nebenwirkungen. Generell ist der Einsatz von Antibiotika bei Akne aber umstritten. Zum einen fördern sie die Entstehung von resistenten Bakterien. Zum anderen töten viele Antibiotika die Bakterien nicht ab, sondern schränken sie nur in ihrem Wachstum ein (bakteriostatische Wirkung). Nach Absetzen der Medikamente können sich die Erreger wieder ausbreiten. Vor allem wegen der Entstehung resistenter Bakterienstämme werden Antibiotika zur Behandlung der Akne immer seltener verwendet.

Eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Akne scheint dem männlichen Sexualhormon Testosteron zuzukommen. Daher werden bei der innerlichen Behandlung der Akne oft die weiblichen „Gegenspieler“ eingesetzt. Entsprechende Präparate werden allerdings nur bei Frauen verwendet. Bei Männern würden die Hormone eine „Verweiblichung“ verursachen. Da die zur Aknetherapie eingesetzten Mittel gleichzeitig als Empfängnisverhütung dienen, bieten sich für Frauen zum Beispiel Antibabypillen an, deren Hauptwirkstoff Östrogen ist.

Eine Kombination mit sogenannten Antiandrogenen, also Substanzen, die dem männlichen Hormon entgegenwirken, schlägt in vielen Fällen gut an und wird häufig von Ärzten verschrieben. Aber auch hier ist Geduld gefragt. Der Talgfluss kann sich zwar schon nach einigen Tagen zurückbilden. Bis die weiteren Symptome der Akne zurückgehen kann es aber einige Monate dauern.

Vor allem, wenn die Pille abgesetzt wird, blüht die Akne aber häufig wieder auf. Bei der Einnahme der Pille kann es zu Gewichtszunahme und einer allgemein stärkeren Ausprägung der weiblichen Körperformen kommen. Kopfschmerzen und Venenbeschwerden können ebenfalls auftreten. Bei Leberschäden, Neigung zu Thrombose oder (früherem) Brustkrebs, sollte die Pille überhaupt nicht eingenommen werden.

Behandlung schwerer Fälle

Bei sehr schweren Fällen von Akne, die sich durch bisher geschilderte Therapien nicht mildern lassen, kommt eine wirksame Abwandlung der Vitamin-A-Säure, das Isotretinoin, zum Einsatz. Es wird dann oft nicht mehr nur lokal, sondern systemisch angewandt – das heißt, es muss beispielsweise als Tablette eingenommen werden und verteilt sich so im gesamten Organismus.

Der Wirkstoff senkt in erster Linie die Talgproduktion, indem die Größe der Talgdrüsen verringert wird. Sehr wirksame Medikamente haben oft entsprechend starke Nebenwirkungen. So auch das Isotretinoin: Bei der Anwendung kann es zu Überreaktionen der Haut, Haarausfall, Nasenbluten und Gelenkschmerzen kommen. Leberfunktionsstörungen sind möglich. Regelmäßige Kontrollen der Leberwerte sind nötig. Menschen mit Nierenerkrankungen sollten nicht mit Isotretinoin behandelt werden. Die schwerwiegendste Nebenwirkung: Isotretinoin gilt als teratogen, das heißt, es kann Schäden und Fehlbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten deshalb auf eine sichere Verhütung achten. Schwangere und stillende Mütter sollten Isotretinoin nicht einnehmen.

Kosmetische Behandlung

Mitesser, Pusteln oder andere Formen der Akne sollten immer von einer Fachkraft behandelt werden. Selbst versuchen, die Pickel oder Eiterbläschen auszudrücken, kann das Gegenteil vom gewünschten Effekt bewirken. Wenn der Talgpfropf nicht ausgedrückt, sondern in Richtung des Follikels gedrückt wird, kann das die Entzündungen noch verschlimmern.

Lichttherapie

Eine Therapie mit Blaulicht oder Rotlicht kann bei der Behandlung von Akne unterstützend wirken. Informieren Sie sich hierzu am besten bei Ihrem Arzt über die Möglichkeiten einer Lichttherapie.

Wenn Narben zurückbleiben

Eine unschöne Folgen, vor allem von schwereren Formen der Akne, ist eine vernarbte Haut. Auch, wenn es oft schwierig ist, diese Spuren vollkommen zu beseitigen, gibt es einige Möglichkeiten, das Hautbild zu verbessern.

Bei leichten Narben bieten sich chemische Peelings mit Fruchtsäuren als Wirkstoff an. Enthalten die Präparate jedoch mehr als 30 Prozent dieser Säuren, sollte das Peeling von einer Kosmetikerin oder einem Hautarzt aufgetragen werden. Bei stärkerer Narbenbildung kann eine sogenannte Dermabrasion Abhilfe schaffen. Die vernarbte Haut wird mit speziellen Geräten regelrecht abgeschliffen. Darüber hinaus ist auch eine Laserbehandlung möglich. In schweren Fällen besteht die Möglichkeit, das Hautbild mittels eines operativen Eingriffs zu glätten.
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Ernährung bei Akne

Hormone beeinflussen den Verlauf der Akne. Dagegen konnte kein gesicherter Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln wie etwa Schokolade oder Nüssen festgestellt werden. Individuelle Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln sollten allerdings berücksichtigt werden.

Folgende Mikronährstoffe
haben einen Einfluss auf den Verlauf der Akne:

Zink
ist für viele Enzymsysteme notwendig, außerdem beeinflusst Zink das Wachstum der akneauslösenden Bakterien und den Testosteronstoffwechsel – und damit die Talgproduktion. Zink ist insbesondere bei leichten entzündlichen Akneverläufen wirksam.

Möglicherweise haben auch Pantothensäure und Antioxidantien wie Selen und Vitamin E einen positiven Einfluss auf die Hautveränderungen bei Akne. Negativ können sich dagegen hohe Dosen an B-Vitaminen und eine hohe Zufuhr an gesättigten Fettsäuren zu Ungunsten der ungesättigten Fettsäuren auswirken.

Bitte beachten Sie:


Die Behandlung einer Akne sollte grundsätzlich durch einen Arzt erfolgen.
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Pigmentstörungen

Bei einer Pigmentstörung ist die körpereigene Hautfärbung (Pigmentierung) beeinträchtigt. Die Zellen der Haut produzieren entweder zu wenig oder zu viel von dem Farbstoff Melanin, was zu einer Unter- bzw. Überpigmentierung der entsprechenden Hautstellen führt. Produzieren die Zellen zu viel Melanin, treten Sommersprossen, Altersflecken oder die sogenannte Melasma auf. Fehlen die melaninproduzierenden Zellen (Melanozyten) an bestimmten Stellen der Haut, sind die sogenannte Weißfleckenkrankheit oder der Albinismus mögliche Folgen. Pigmentstörungen können genetisch oder hormonell bedingt sein, aber auch durch äußere Einflüsse verursacht werden, wie zum Beispiel durch Kosmetika, Medikamente, extreme Temperaturen, mechanische Einwirkung auf die Haut oder Wunden.

Sommersprossen (Epheliden)

Sommersprossen sind erblich bedingte, gehäuft auftretende, kleine Flecken bräunlicher Färbung. Meist entstehen sie schon in jungem Alter im Gesicht, am Oberkörper oder an den Armen. Im Frühjahr und Sommer nimmt ihre Braunfärbung durch die vermehrte Sonneneinwirkung zu, im Herbst und Winter verblassen sie oder verschwinden ganz. Am häufigsten sind rothaarige oder blonde Menschen mit heller Haut betroffen.

Altersflecken (Lentigines seniles)

Auch bei Altersflecken ist die Melaninbildung in den entsprechenden Zellen erhöht. Sie sind jedoch die Folge langjähriger Lichteinwirkung und entstehen daher frühestens ab dem 40. Lebensjahr. Die Flecken sind größer als Sommersprossen und treten meist an den Handrücken, Unterarmen und im Gesicht auf.

Melasma (Chloasma)

Als Melasma werden bräunliche Pigmentierungen bezeichnet, die meist bei jungen Frauen an Stirn, Schläfen und Wangen auftreten. Sie sind unregelmäßig geformt und können zu größeren Flächen zusammenfließen. Die Flecken werden bei Sonneneinfluss dunkler. Ursachen können hormonelle Faktoren, etwa bei Schwangerschaft oder Pilleneinnahme sein, aber auch Kosmetika oder Medikamente.

Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)

Die Weißfleckenkrankheit zeichnet sich durch eine fleckenförmige Entfärbung der Haut aus, wobei meistens Hände, Arme, Beine, Gesicht oder Genitalbereich betroffen sind. Manchmal sind auch die Haare an den betroffenen Stellen weiß. Innerhalb der scharf abgegrenzten weißen Flecken besteht ein Mangel an Melanozyten, die normalerweise für eine bräunliche Färbung der Haut sorgen und sie damit vor der UV-Strahlung schützen. Die entsprechenden Stellen reagieren daher sehr empfindlich auf Sonnenlicht.

Die Weißfleckenkrankheit ist in Mitteleuropa relativ häufig: ein bis zwei Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Meist setzt die Erkrankung im Jugend- oder im frühen Erwachsenenalter ein.

Die genaue Ursache der Weißfleckenkrankheit ist bisher nicht bekannt. Weil sie familiär gehäuft auftritt, ist eine genetische Ursache jedoch wahrscheinlich. Außerdem ist bekannt, dass diese Pigmentstörung häufig im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftritt, wie Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes mellitus.

Bei der Diagnose sollte eine Hefepilzerkrankung durch die Kleieflechte ausgeschlossen werden, die ebenfalls weiße Flecken auf der Haut hervorrufen kann.

Albinismus

Bei dieser Form der Pigmentstörung ist die Produktion des Hautfarbstoffes Melanin im ganzen Körper herabgesetzt oder ganz abgeschaltet. Die Haut enthält zwar Melanozyten, diese können jedoch kein oder nicht ausreichend Melanin bilden. Der Betroffene hat eine entsprechend hellere Haut-, Haar- und Augenfarbe als seine unmittelbaren Verwandten oder – bei komplett fehlendem Melanin – rosa Haut, weißblondes Haar und blaue bis rosa Augen.

In der weißen Bevölkerung kommt auf ungefähr 20.000 Menschen ein Mensch mit Albinismus – dunkelhäutige Menschen sind häufiger betroffen. Die Haut der Menschen mit Albinismus ist aufgrund des fehlenden Melanins schlechter gegen die UV-Strahlen der Sonne geschützt, weshalb sie ein höheres Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs haben. Auch ihre Augen sind lichtempfindlicher und ihr Sehvermögen kann aufgrund des fehlenden Melanins eingeschränkt sein.
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Behandlung von Pigmentstörungen

Überpigmentierung der Haut

Sommersprossen, Altersflecken und Melasma sind Pigmentstörungen der Haut, die durch eine Überpigmentierung der betroffenen Stellen entstehen. Daher ist es sinnvoll, direkte Sonnenbestrahlung der betroffenen Stellen zu vermeiden, da diese die Pigmentierung fördert. Auch mithilfe von Sonnenschutzmitteln kann einer weiteren Verfärbung etwas vorgebeugt werden.

Obwohl Sommersprossen und – ab einem bestimmten Lebensabschnitt – Altersflecken normal sind, werden sie manchmal als störend empfunden. Dann können sie, genau wie Melasma, mit Kosmetika (Camouflage) abgedeckt werden.

Als Hausmittel ist die Behandlung mit Gurkenmilch bekannt. Desweiteren vermindern Rucinol- und Hydrochinon-Präparate, beispielsweise in Form von Cremes, die Melaninbildung und können so die Pigmentflecken abschwächen, ohne die normal pigmentierte Haut zu beeinflussen. Vor der Anwendung sollten Sie aber mit Ihrem Arzt sprechen. In extremen Fällen kann eine Lasertherapie in Frage kommen.

Weißfleckenkrankheit

Auch die Vitiligo muss in vielen Fällen nicht behandelt werden. Manche der Betroffenen bekommen jedoch schnell schwere Sonnenbrände auf den weißen Stellen und sollten sich daher mit Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor entsprechend schützen.

Die Einnahme von Beta-Karotin in Form von Kapseln oder Tabletten verfärbt die hellen Flecken orange, sodass sich der Farbunterschied zur normalen Haut verringert.

Eine Therapie der Krankheit zielt auf eine Repigmentierung der betroffenen Stellen ab. Neben der Immunmodulation durch Calcineurin-Hemmer in Salben- oder Cremeform wird dafür beispielsweise auch die PUVA-Therapie (Photochemotherapie) angewandt. Sie kombiniert die Einnahme des Pflanzenstoffes Psoralen, das photosensibilisierende Eigenschaften hat, mit der Bestrahlung mit langwelligem UV-Licht. Da sie starke Nebenwirkungen haben kann, kommt sie nicht immer in Frage und der Arzt sollte ihren Einsatz sorgfältig abwägen.

Albinismus

Die Ursache von Albinismus ist nicht therapierbar. Die Sehschwäche und Lichtempfindlichkeit der Augen kann allerdings durch getönte Brillen gut ausgeglichen werden. Wegen der erhöhten Risiken für Sonnenbrand und Hautkrebs muss auf konsequenten Sonnenschutz geachtet werden.
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Gutartige Hauttumoren

Nicht jedes Geschwulst oder jede Veränderung der Haut ist gleich ein Hinweis auf Krebs. Sogenannte benigne, also gutartige Hauttumoren unterscheiden sich vor allem in zwei Eigenschaften von den malignen, bösartigen Tumoren:

Sie sind vom umgebenen Gewebe deutlich abgegrenzt und wachsen nicht in benachbarte Organe hinein – schädigen diese also nicht. Benigne Tumoren breiten sich in der Regel nicht über das Blut- oder Lymphsystem aus und bilden keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Teilen des Körpers.

Obwohl also meist keine Gefährdung der Gesundheit besteht, können auch gutartige Veränderungen der Haut, unter kosmetischen Gesichtspunkten, zu einer Belastung für die Betroffenen werden. Der Begriff „Tumor“ bedeutet im engeren Sinne übrigens lediglich „Gewebsneubildung“ und gibt noch keinen Aufschluss über die Gut- oder Bösartigkeit des Gewebes.

Die häufigsten gutartigen Tumoren der Haut im Überblick:

Atherom

Atherome, im Volksmund auch Grützbeutel oder Grießknoten genannt, werden von verstopften Ausführkanälen der Talgdrüsen verursacht. Medizinisch gesehen sind sie Zysten, also Hohlräume, die durch eine Gewebskapsel vom umliegenden Gewebe getrennt sind. Im Falle von Atheromen sind diese Kapseln mit einer fettigen, weißlich-gelben Masse gefüllt. Sie treten hauptsächlich im Bereich der behaarten Kopfhaut auf. Manche Atherome sind nicht größer als ein Daumennagel, andere können so groß wie ein Tennisball werden. Atherome können sich in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit stark unterscheiden.

Meist werden sie vor allem bei der Haarpflege als störend empfunden. Bei starker Beeinträchtigung im Alltag, sehr großen Atheromen oder einer Entzündung der Zysten sollten sie durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Dabei ist es wichtig, dass die gesamte Hülle der Zyste entfernt wird, weil sich das Atherom sonst neu bilden kann. Auch ist der Eingriff nur im entzündungsfreien Intervall anzuraten.

Xanthelasmen

Bei Xanthelasmen handelt es sich um Fett- und Cholesterineinlagerungen in der Haut. Sie sind meist deutlich erhaben und gelblich bis rot gefärbt. Xanthelasmen bilden sich in der Regel unterhalb der Augen oder auf den oberen Augenlidern in der Nähe der Nase.

Die Ursachen der Ablagerungen sind weitestgehend ungeklärt. In der Regel verursachen sie jedoch keine Beschwerden. Xanthelasmen treten häufig auf, wenn die Betroffenen unter erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie) oder Leberzirrhose leiden. Daher ist es sinnvoll, bei der Diagnose diese möglichen Erkrankungen zu berücksichtigen.

Die Einlagerungen können nicht mithilfe von Medikamenten abgebaut, sondern nur von außen her entfernt werden. Dazu eignet sich eine Behandlung mit Säuren, welche die Einlagerungen wegätzen. Darüber hinaus kommt ein chirurgischer Eingriff in Frage, auch in Form einer Laserbehandlung, bei dem aber Narben zurückbleiben können. Alle diese Methoden behandeln die Xanthelasmen jedoch nicht ursächlich, weshalb die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie nach der Entfernung wieder auftreten.

Lipome

Lipome sind gutartige Wucherungen der Fettgewebszellen im Unterhautfettgewebe und werden daher auch als Fettgewebsgeschwülste bezeichnet. Die unauffällig gefärbten Beulen befinden sich nahe an der Hautoberfläche und fühlen sich prall und elastisch an. Sie können bis faustgroß werden und treten meistens im Bereich des Schultergürtels auf, aber auch am Bauch oder an den Oberschenkeln. Ein Lipom wächst meistens sehr langsam und bereitet normalerweise keine gesundheitlichen Beschwerden. Aus kosmetischen Gründen können sie zur Belastung für die Betroffenen werden.

Genetisch bedingt entwickeln sich bei einigen Menschen mehrere solcher Lipome an unterschiedlichen Körperstellen. Man spricht dann von einer Lipomatose.

In seltenen Fällen können Lipome auch entarten, also bösartig werden. Sie werden dann als Liposarkom bezeichnet. Deutlichste Zeichen dafür sind die Nichtverschiebbarkeit zum Untergrund und Schmerzen, die das Lipom bereitet. Entartete sowie gutartige Lipome können im Ganzen mittels chirurgischen Eingriffs entfernt werden.

Seborrhoische Keratose

Die seborrhoische Keratose wird auch als seborrhoische Warze, Alterswarze oder Fettwarze bezeichnet. Die fleckenförmigen, bräunlichen Veränderungen treten vorwiegend am Rumpf oder im Gesicht auf und können leicht erhaben sein. Im Laufe der Zeit wachsen Alterswarzen und entwickeln eine unregelmäßige Oberfläche. Streicht man mit dem Finger darüber, fühlen sie sich weich und fettig an. In diesem Stadium werden sie häufig mit malignen Melanomen (bösartigen Hauttumoren) verwechselt, die meistens im Gesicht, am Oberkörper und Rücken sowie den Handrücken auftreten. Die seborrhoische Keratose ist aber in der Regel harmlos: Entartungen zu bösartigen Hautveränderungen sind nicht bekannt.

Die Alterswarze gilt als der am weitesten verbreitete gutartige Tumor der Haut: Fast jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens eine seborrhoische Keratose – meist ab dem 50. Lebensjahr. Als Ursache wird eine entsprechende genetische Disposition angenommen. Äußere Faktoren, wie UV-Strahlung oder Chemikalien haben nach momentanem Kenntnisstand keinen Einfluss auf die Entstehung.

Alterswarzen können chirurgisch mit dem sogenannten scharfen Löffel entfernt werden. Dies ist jedoch nur dann anzuraten, wenn die Warzen aus kosmetischen Gründen zur Belastung werden oder sie im Alltag stören (wenn sie beispielsweise beim Ankleiden oder Rasieren ständig gereizt werden).

Feuermal (Naevus flammeus)

Feuermale sind harmlose Erweiterungen kleiner Blutgefäße nahe der Hautoberfläche. Das durch die Haut scheinende Blut bedingt die charakteristische Rotfärbung der Flecken. Feuermale sind angeboren oder entwickeln sich im frühesten Kindesalter – deshalb werden sie auch als Storchenbiss bezeichnet. Sie treten hauptsächlich an Kopf und Extremitäten auf, wobei größere Feuermale weite Teile des Gesichts bedecken können. Auch wenn Feuermale gutartige Hautveränderungen sind, können sie – besonders wenn sie großflächig auftreten – zur psychischen Belastung für die Betroffenen werden.

Mit Hilfe von Laserbehandlungen können die Blutgefäße des Feuermals verengt werden. Die Lasertherapie eines Feuermals kann sich jedoch über Jahre und viele Sitzungen hinziehen.

Hämangiome

Im Volksmund werden Hämangiome als Erdbeerfleck oder Blutschwämmchen bezeichnet. Ähnlich wie Feuermale sind Hämangiome gutartige Veränderungen von Blutgefäßen der Haut. Ihre Oberfläche ähnelt der einer Maulbeere, sie sind rötlich gefärbt und erhaben. Sie können am gesamten Körper auftreten.

Hämangiome finden sich meist bereits beim Neugeborenen und wachsen im ersten Jahr mit dem Baby mit. Sie können sich von alleine zurückbilden. In besonderen Fällen können Hämangiome die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Befindet sich ein Hämangiom beispielsweise auf dem Augenlid, kann es die Ursache für eine Schwachsichtigkeit oder Schielen sein. Hämangiome an den Lippen können die Sprachentwicklung beeinträchtigen.

Da sich Hämangiome von selbst zurückbilden können und oft keine Beschwerden verursachen, müssen sie hauptsächlich dann mittels chirurgischer Methoden entfernt werden, wenn Komplikationen auftreten. Meist wird dabei auf eine Lasertherapie zurückgegriffen.

Leberflecke (Pigmentnävi)

Leberflecke sind gutartige Wucherungen von Zellen, die Pigmentfarbstoffe (Melanin) herstellen. Die Flecken sind in der Regel nicht größer als drei Millimeter und bräunlich gefärbt. Sie können erhaben oder flach sein. Leberflecke sind meist harmlos – können sich aber in einigen Fällen in Hautkrebs verwandeln. Das geschieht häufig bei Pigmentmalen, die ständig gereizt sind, weil sie beispielsweise im Scheuerbereich des Hosenbundes liegen. Übermäßig viel UV-Einstrahlung spielt ebenfalls eine Rolle bei der Entartung von Leberflecken. Wurden sie rechtzeitig erkannt, können bösartige Leberflecke aber meist erfolgreich durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden.
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Neurodermitis (atopisches Ekzem)

Neurodermitis (auch atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem genannt) ist eine chronische Hautkrankheit, die mit trockener Haut und stark juckenden Ekzemen einhergeht. Ekzeme sind nicht ansteckende, entzündlich gerötete Hautstellen, die schuppen aber auch nässen können. Neurodermitis verläuft häufig in Schüben. Typischerweise sind Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht betroffen, die sogenannten Prädilektionsstellen.

Je nach Alter unterscheiden sich die Stellen jedoch, an denen die Ekzeme in den meisten Fällen auftreten. Während bei Säuglingen eher Wangen und der behaarte Kopf betroffen sind, finden sich die entzündlichen Stellen bei Kindergarten- und Schulkindern häufig in Ellenbeugen, Kniekehlen und an den Handgelenken. Erwachsene leiden meist an Ekzemen am Hals und um die Augen. Es können aber immer auch andere Körperstellen betroffen sein.

Verschiedene Erscheinungsbilder

Es gibt individuell sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder der Krankheit. So können die Hautveränderungen auch knötchenförmig oder münzförmig auftreten. Die meisten Patienten leiden unter einer eher leichten Form: unter Umständen haben sie neben trockener Haut nur kleine Ekzeme, wie Einrisse an Hand- und Fußflächen oder offene Stellen an den Mundwinkeln. Es gibt aber auch schwere Verläufe bis hin zum Befall der gesamten Körperoberfläche.

Für Betroffene und ihre Familien ist die Krankheit oft sehr belastend. Der in vielen Fällen fast unerträgliche Juckreiz und die sichtbar veränderte Haut können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Bei den Betroffenen kann es zu verminderten Schul- oder Arbeitsleistungen und zu Schwierigkeiten im sozialen Umfeld kommen. Der psychische Leidensdruck kann bis zu Depressionen führen.

Vor allem Kinder betroffen

Neurodermitis ist eine häufige Hauterkrankung, vor allem im Kindesalter. Aus epidemiologischen Studien geht hervor, dass in Europa zirka 10-15% der Kinder und ungefähr 2,5% der Erwachsenen zumindest zeitweilig unter Neurodermitis leiden. Daraus folgt zwar, dass Neurodermitis-Kinder gute Chancen haben, dass sich die Krankheit im Erwachsenenalter zurückzieht oder sogar ausheilt. In den letzten fünf Jahrzehnten hat die Zahl der Neurodermitis-Patienten allerdings dramatisch zugenommen – auf das Vier bis Sechsfache. Der Grund liegt vermutlich in veränderten Lebensbedingungen.

Häufig zeigt sich Neurodermitis bei Babys ab dem dritten Lebensmonat zunächst als sogenannter „Milchschorf“: eine Hautentzündung mit harten gelben Krusten. Oft verschwindet ein solches Ekzem innerhalb des ersten Lebensjahres von selbst. In vielen Fällen stellt es aber die Erstmanifestation von Neurodermitis dar.

Zu unterscheiden ist der „Milchschorf“ vom „Kopfgneis“ (seborrhoisches Ekzem). Diese beiden Hauterkrankungen werden oft verwechselt oder nicht richtig voneinander abgegrenzt. Kopfgneis entsteht durch die Überproduktion von Hautfett (Seborrhoe) und tritt bei Babys schon ab der ersten Woche auf. Im Gegensatz zur Neurodermitis wird er niemals chronisch, macht kaum Juckreiz und birgt keine Veranlagung zu allergischer Reaktion. Er zeigt sich als talgige, weißlich-gelbe bis bräunliche Schuppenschicht an der Kopfhaut.

Ursache unbekannt

Die genaue Ursache von Neurodermitis ist nicht bekannt. Zwei Faktoren spielen aber bei der Ausprägung der Krankheit eine wichtige Rolle: die genetische Veranlagung und äußere Reizfaktoren. Vererbt wird einerseits die Neigung zu allergischen Überempfindlichkeitsreaktionen (Atopie). So finden sich in Familien von Menschen mit Neurodermitis gehäuft Personen, die neben atopischen Ekzemen auch unter Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden.

Zudem wird die Veranlagung zu trockener Haut von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Hauttrockenheit allein kann zu Entzündungen führen und für sich schon Juckreiz und Brennen verursachen. Sie trägt aber auch zu einem Barrieredefekt der Haut bei, einem zentralen Element der Neurodermitis-Erkrankung: Sehr wahrscheinlich ist die Fettzusammensetzung der Haut bei Menschen mit Neurodermitis beeinträchtigt, sodass die Haut einen Teil ihrer Schutzfunktion einbüßt, schneller austrocknet und so für äußere Reize sehr viel empfindlicher wird.

Äußere Reize, die zum Ausbruch der Krankheit führen oder einen Neurodermitis-Schub auslösen können, sind vielfältig:
  • Allergene (Tierhaare, Pollen, Nahrungsmittel)
  • Mechanische oder chemische Hautreizungen (kratzende Kleider, Wasser, Seife, Chemikalien)
  • Infekte
  • Klima und Jahreszeit
  • Psychische Belastungen (Stress, Überanstrengung, Aufregung)
Häufig wird eine Neurodermitis-Erkrankung kompliziert durch Infektionen, die die angegriffene Haut zusätzlich belasten. In Folge der offenen Hautstellen und begünstigt durch das Kratzen können sich Bakterien, Viren und Pilze leicht ansiedeln.
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Behandlung von innen und außen

Für die Behandlung von Neurodermitis gibt es viele verschiedene Ansatzpunkte. Deshalb kann sie gut auf das Krankheitsbild des jeweiligen Patienten angepasst werden. Entsprechende Untersuchungen zeigen dem Arzt außerdem, welche Umstände den Hautzustand verschlechtern. Aus diesen beiden Faktoren ergeben sich individuelle Behandlungspläne. Schlägt eine Behandlung nicht an, gibt es meist noch weitere Möglichkeiten, die der Arzt in Betracht ziehen kann. Grundlegend kann man unterscheiden zwischen der Basistherapie und der Behandlung eines akuten Schubs.

Konsequente Basistherapie

Die Basistherapie, die auch in beschwerdefreien Zeiten konsequent angewandt werden muss, schützt die trockene Neurodermitis-Haut vor weiterer Austrocknung und stabilisiert ihre Barriere- und Schutzfunktion. Je nach Hautzustand verwendet man fette Salbengrundlagen auf sehr trockener Haut und feuchtigkeitsspendende Öl-in-Wasser-Emulsionen bei weniger trockener Haut. Häufig enthalten die Basispräparate Harnstoff. Er hilft der Haut, Feuchtigkeit zu halten und wirkt dem Juckreiz entgegen. Allerdings kann Harnstoff auf der Haut brennen. Daher werden harnstoffhaltige Präparate für Kinder unter 5 Jahren in höheren Konzentrationen nicht empfohlen.

Therapie des akuten Schubs

Im akuten Neurodermitisschub behandelt man mit antientzündlichen Wirkstoffen. An erster Stelle stehen hier Kortisonpräparate in unterschiedlichen Wirkstärken. Kortison ist ein wichtiges körpereigenes Hormon mit einer Vielzahl von Aufgaben. Eine davon ist, Entzündungsvorgänge zu hemmen. Dies macht man sich in der Neurodermitistherapie zunutze. Doch Kortison kann schwerwiegende Nebenwirkungen haben: Langfristig aufgetragen verdünnt sich die Haut, es kann zur Bildung von Äderchen und vermehrter Behaarung kommen. Bei dem heute üblichen Einsatz wird dies aber ausreichend berücksichtigt, sodass in der Regel keine Gefahr besteht.

Als Alternative zum Kortison stehen seit einiger Zeit die beiden Calcineurinantagonisten Pimecrolimus und Tacrolimus auch für Kinder ab 2 Jahren zur Verfügung. Wie Kortison greifen sie in körpereigene Abwehrreaktionen ein und verhindern ein Ausbreiten der entzündlichen Vorgänge in der Haut. Sie wirken genauso gut wie mittelstarke bis starke Kortisonpräparate, haben aber deutlich weniger Nebenwirkungen. So kann es bei behandelten Hautstellen vorübergehend zu einem leichten Brennen und Wärmegefühl kommen. Im Gegensatz zu Kortison können Calcineurinantagonisten auch auf empfindliche Hautareale aufgetragen werden. Nach der Anwendung sollte man sich nicht dem Sonnenlicht, Solarien oder einer Lichttherapie aussetzen.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Ein neuer Ansatz versucht, Basistherapie und Behandlung eines akuten Schubs zu kombinieren und auch im scheinbar ruhenden Zustand niedrig dosiert antientzündlich mit Tacrolimus weiter zu behandeln. Der Grundgedanke dieser „proaktiven Therapie“ ist, dass neurodermitische Haut auch in Phasen scheinbarer Ruhe geschädigt bleibt und nicht sichtbar weiter leicht entzündet ist.

Darüber hinaus können beispielsweise Polidocanol (ein Oberflächenanästhetikum), Gerbstoffe oder schwarzer Tee zum Einsatz kommen, die den Juckreiz bekämpfen. Zinkoxid kühlt, lindert den Juckreiz und wirkt Entzündungen entgegen. Antientzündlich und juckreizstillend wirken auch Schieferöl oder Steinkohleteer. Allerdings ist ihre Anwendung mit starkem Geruch und Verunreinigung der Wäsche verbunden, was bei neueren Präparaten etwas abgemildert wurde. Zudem erhöhen Teerpräparate die Lichtempfindlichkeit. Von Bufexamac in Neurodermitis-Präparaten wird inzwischen abgeraten, da es zu Kontaktallergien führen kann. Antiseptische Zusatzstoffe schützen die vorgeschädigte Haut vor einer Besiedelung mit Keimen. Antibiotikahaltige Salben und Cremes sollten nur sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen, da die Keime dagegen Resistenzen entwickeln können. Im Hals und Gesichtsbereich ist manchmal ein Pilz Ursache für das Aufflammen einer Neurodermitis. Daher kommen hier manchmal auch Antimykotika zum Einsatz.
Ein weiterer Ansatz, der Neurodermitis-Patienten helfen kann, ist die Fototherapie. Sonnenlicht oder eine gezielte Bestrahlung mit UVA-Strahlen, besonders die UV-A1-Kaltlichttherapie, kann strapazierte Haut regenerieren. Dennoch kommt der Lichtbehandlung nur eine unterstützende Rolle zu, da bei intensiver Bestrahlung das Hautkrebsrisiko steigt und die Haut altert. Für Kinder unter 12 Jahren ist künstliche Bestrahlung nicht zugelassen.

Nicht alle Mittel gegen Neurodermitis werden auf die Haut aufgetragen. Gegen starken Juckreiz helfen unterstützend oftmals Antihistaminka in Tabletten oder -Tropfenform, die gleichzeitig allergische Reaktionen bekämpfen. Bei einem akuten Schub wird Kortison manchmal auch in Tablettenform zum Einnehmen verschrieben.

In schweren Fällen können Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Azathioprin oder Methotrexat eingesetzt werden, die die Immunantwort im ganzen Körper herabsetzen und so die Entzündungen auf der Haut hemmen. Nachdem ihre Nebenwirkungen aber erheblich sind, bleiben sie Mittel der letzten Wahl.
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Tipps gegen Neurodermitis

Akuten Neurodermitisschüben kann man mit verschiedenen Maßnahmen vorbeugen. Auslösende Reize sollten vermieden und lindernde Umstände gefördert werden. Manche dieser Maßnahmen sind leicht zu bewerkstelligen, manche erfordern eine umfassende Umstellung des alltäglichen Lebens.

Hautpflege

Häufiges Baden, tägliches Duschen und Einseifen ist für neurodermitische Haut eine zusätzliche Strapaze. Andererseits können sanfte Badezusätze wie Badeöle oder juckreizlindernde Wirkstoffe der Haut auch gut tun. Nach dem Waschen sollte die Haut nur trocken getupft, auf keinen Fall gerubbelt werden. Wässrige Lotionen der Basistherapie können oftmals sogar auf die nasse Haut aufgetragen werden. Auch hier gilt, individuell den besten Weg zu finden.

Kleidung

Kratzende Kleidung und Schwitzen begünstigt das Auftreten von Ekzemen. Seide, Baumwolle und Leinen sind Materialien, die die Haut wenig reizen und luftdurchlässig sind. Bei Kälte trägt man besser mehrere leichte Kleidungsstücke übereinander als ein dickes Teil. Es gibt inzwischen auch Unterwäsche und Kleidung, die mit Silbernitrat oder anderen antimikrobiell wirksamen Substanzen beschichtet sind. Bei chronischer Neurodermitis kann dies Linderung bringen.

Juckreiz bekämpfen

Häufig ergibt sich durch den Juckreiz ein Teufelskreis aus Kratzen, Verletzungen, möglicher bakterieller Infektion und noch stärkerem Juckreiz. Daher sollte unbedingt versucht werden, Kratzen zu vermeiden. Statt zu kratzen, kann man die Haut auch kühlen, streicheln oder drücken. Eine weitere Methode besteht darin, die Hände zu beschäftigen, unter Umständen mit einem „Kratzklötzchen“, das alternativ gekratzt werden darf. In der Nacht beugen leichte Handschuhe unbewusstem Kratzen vor.

Ernährung

Werden Säuglinge 4 bis 6 Monate lang gestillt, entwickeln sie deutlich seltener Ekzeme. Ein Ausbruch der Krankheit kann so – wenn auch nicht immer verhindert – nach hinten verschoben werden. Ein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Neurodermitis ist nicht eindeutig belegt. Dennoch lohnt es sich im Einzelfall zu prüfen, ob der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel eine Besserung der Symptome mit sich bringt.

Allergischen Reaktionen vorbeugen

Allergene können einen neurodermitischen Schub auslösen. Daher empfiehlt es sich, diese weitgehend zu meiden. Haustiere, die durch Haare eine Allergie auslösen können, wie Katzen, Meerschweinchen oder Kaninchen, sollten nicht angeschafft werden. Einer Allergie gegen Hausstaubmilben kann durch das Verpacken von Matratzen, Decken und Kissen mit einem milbendichten Überzug, dem sogenannten „Encasing“, vorgebeugt werden. Mit einer Hyposensibilisierung (auch Allergieimpfung oder spezifische Immuntherapie) kann versucht werden, den Körper an einzelne Allergene zu gewöhnen.

Berufswahl

Menschen mit Neurodermitis sollten Berufe meiden, bei denen Arbeiten im feuchten Milieu, starke Hautverschmutzungen, häufiges Händewaschen sowie der häufige Umgang mit hautreizenden Stoffen zum Alltag gehören.

Klimatherapie

Reizklima und Klimawechsel an Nord- und Ostsee oder in den Bergen über 1500m bringt oft deutliche und lang anhaltende Besserung der Symptome. Bedingt wird dies durch die UV-Strahlung der Sonne und reiner, kühler, allergenarmer und am Meer auch salzhaltiger Luft. Die Haut regeneriert sich und das Immunsystem wird gestärkt. Rehabilitationskuren, Mutter-Kind-Kuren, aber auch der eigene Urlaub bringen Betroffenen und ihren Familien oft deutliche Linderung. Umgekehrt belasten schmutzige Luft in den Städten, Tabakrauch, trockene Heizungsluft im Winter und fehlende Sonne die neurodermitische Haut. Häufiges, stoßweises Lüften, ausreichende Luftbefeuchtung und Rauchverzicht in den Innenräumen kann dem etwas entgegenwirken. Auch Ausflüge ins Grüne helfen.

Ruhige, ausgeglichene Lebensführung

Das Meiden von Stress, mäßiger Sport und aktive Entspannung sind Grundlagen einer ruhigen Lebensführung, die Menschen mit Neurodermitis akute Schübe ersparen kann. Regelmäßiges Entspannungstraining wie etwa autogenes Training oder Yoga setzt die psychische Reizschwelle herunter und ermöglicht es, vorübergehende Aufregungen ohne neurodermitische Reaktion zu bewältigen.

Psychologische Hilfe


Nachdem Neurodermitis die Psyche stark angreifen und andererseits eine schlechte psychische Verfassung akute Schübe hervorrufen kann, ist eine psychologische oder psychotherapeutische Betreuung der Betroffenen und bei Bedarf auch ihrer Familienmitglieder immer hilfreich. Die Kassen übernehmen meist die Kosten für eine Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Familientherapie oder Körpertherapie. Auch der Zusammenschluss in Selbsthilfegruppen kann betroffenen Familien psychische Entlastung bringen.

Neurodermitisschulung

Wegen der hohen psychischen Belastung, die durch die Erkrankung entsteht, werden für Familien von Kindern mit Neurodermitis Schulungen angeboten. Ziele dieser Schulungen sind neben der positiven Beeinflussung der Ekzeme auch das Erlernen von Bewältigungsstrategien und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die psychische Belastung der Familien soll gemindert und alltagstaugliche Lösungsansätze mit nach Hause gegeben werden.
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Schuppenflechte (Psoriasis)

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine nicht ansteckende Haut- und Systemerkrankung, deren Ursprung in einem multifaktoriellen Geschehen mit erblicher Komponente gesehen wird. In Deutschland leiden circa. 2-3 % der Bevölkerung an Psoriasis. Jeder fünfte Patient mit Schuppenflechte hat zusätzlich Gelenkbeschwerden. Die chronische Erkrankung tritt unabhängig von Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit auf. Eine Verhornungsstörung ist Ursache der typischen Haut- oder Nagelveränderungen bei Schuppenflechte: Die Oberhaut erneuert sich binnen weniger Tage, Zellen teilen sich rasend schnell, als Folge schuppt und verdickt sich die Haut.

Die Psoriasis hat viele Formen

Die Schuppenflechte tritt in Schüben auf, wobei sich das Krankheitsbild meist während der Sommermonate bessert. Sie kann in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten: Bei der häufigsten Form, Psoriasis vulgaris, finden sich die Herde an den typischen Stellen: Ellenbogen, Knie, behaarter Kopf, Steißbein. Bei der Psoriasis inversa (auch Psoriasis intertriginosa) finden sich die Herde bevorzugt in den Körperfalten, also in den Achselhöhlen, der Leiste, im Anogenitalbereich oder am Bauchnabel. Auch die Nägel können von der Psoriasis betroffen sein: Tüpfelnägel oder gelb-bräunliche Verfärbungen der Nagelplatte sind für die Nagel-Psoriasis typisch. Bei der Psoriasis arthropathica (Psoriasis-Arthritis) sind die Gelenke mit betroffen. Meistens sind dies Finger- oder Zehengelenke, die chronisch-schmerzhaft entzündet und geschwollen sind. Auch die Wirbelsäule kann beteiligt sein. Für die seltene Psoriasis pustulosa sind eitrige Hautbläschen typisch, die entweder am gesamten Körper oder nur an Händen und Füßen auftreten können.

Kerzenfleckphänomen und das letzte Häutchen

Patienten mit der häufigsten Form von Schuppenflechte zeigen typische Hautveränderungen, die auch Psoriasis-Plaques genannt werden:
  • Rote Flecken auf der Haut, die mit trockenen, silbrig-glänzenden Schuppen bedeckt sind. Die Schuppen lassen sich wie Kerzenwachs ablösen (Kerzenfleckphänomen)
  • Ein roter Randsaum umgibt die erkrankten Hautherde,
  • Das Auspitz-Phänomen sichert die Diagnose: Lässt sich das „letzte Häutchen“ unter der Schuppenschicht abheben, tritt „blutiger Tau“ hervor: Die freigelegte Lederhaut sondert eine kleine punktförmige Blutung ab.
  • Manchmal jucken die entzündeten Hautareale stark.
Typische Auslöser für Schuppenflechte

Die Gene spielen vor allem bei den schweren Formen der Psoriasis mit frühem Krankheitsbeginn (vor dem 25. Lebensjahr) eine Rolle. Die meisten Menschen mit Schuppenflechte zählen zu dieser Gruppe. Die leichteren Formen treten meist später im Leben auf und sind zu einem geringeren Grad erblich bedingt. Die Erbanlage reicht allerdings meist nicht aus, um die Krankheit aufflammen zu lassen. Bestimmte Einflussfaktoren, die längst nicht alle bekannt sind, können die Psoriasis zum Ausbruch bringen: Dazu zählen
  • Klima oder Arbeitsumgebungmechanische Reize wie Druck, Reibung oder Verletzungen
  • allergene Stoffe
  • Stress und andere psychische Belastungen
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Medikamente,
  • Übergewicht,
  • arachidonsäurereiche Ernährung
  • Infektionskrankheiten
  • Stoffwechselstörungen
  • hormonelle Schwankungen, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre

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Behandlung der Schuppenflechte

Grundsätzlich sollten Patienten mit Schuppenflechte versuchen, neuen Schüben vorzubeugen. Eine gesunde Lebensweise mit der richtigen Ernährung, viel Bewegung und Entspannung kann dabei helfen. Dazu gehört, Auslöser zu erkennen und zu meiden, wie beispielsweise übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen oder psychischen Stress.

Entspannungstechniken, zum Beispiel Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung, sowie gelenkschonender Sport bauen Stress ab und stärken das Immunsystem.

Die richtige Ernährung: Bei der Schuppenflechte spielen auch entzündungsfördernde Botenstoffe im Körper eine Rolle: Sie brauchen unter anderem Arachidonsäure aus der Nahrung, die vor allem in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten ist. Deshalb sollten Wurst, Fleisch, Milch und Eier nur in Maßen genossen werden.

Psoriasis-Therapie hängt von Form und Schwere ab: Je nach Form und Schweregrad der Schuppenflechte wird der Arzt die Behandlung auswählen, die für den Patienten die geringsten Nebenwirkungen hat. Am Anfang steht immer die topische Therapie: Dabei verordnet der Arzt äußerlich wirksame Medikamente. Begleitend können physikalische Anwendungen wie Bäder-, Licht- oder Klimatherapie hinzukommen.

Medikamente gegen Schuppenflechte: Reicht diese Behandlung nicht aus, kann auch eine systemische Therapie mit Medikamenten, die von innen heraus wirken, nötig sein. Viele Psoriasis-Patienten leiden auch emotional unter ihrer Erkrankung. Eine Patientenschulung und eventuell auch eine Psychotherapie können helfen, den Leidensdruck zu nehmen und besser mit der Krankheit klar zu kommen.


Äußerliche medikamentöse Behandlung

Wichtigster Bestandteil der Basistherapie bei Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist die richtige Hautpflege: Damit bestimmte Medikamente überhaupt auf der Haut wirken können, muss sie möglichst schuppenfrei sein. Für die tägliche Körperpflege eignen sich ein seifenfreies Waschgel mit leicht saurem pH-Wert und ein rückfettendes Haarshampoo. Bei trockener Haut sind Dusch- und Badeöle empfehlenswert.

Tipps für die tägliche Hautpflege bei Schuppenflechte:
  • Nicht zu häufig, zu heiß oder länger als 10 Minuten duschen oder baden
  • Beim Abtrocken die Haut abtupfen, nicht reiben.
  • Sofort Eincremen mit einer stärker fettenden (lipophilen) Hautlotion
  • Ein regelmäßiges Ölbad zum Ablösen der Schuppen hält die verdickten Haut-Plaques weich.
  • Schuppen lassen sich auch mit Harnstoff- (3-5%) und Salicylsäure (3-5%)-Präparaten lösen.
  • Bei schwerer Psoriasis kann der Arzt Salicylsäure (5-10%) auf Rezept verordnen, z .B. als Salicyl-Vaseline.
Wirkstoffe zur äußerlichen Therapie

Sind die Plaques schuppenfrei, kann die eigentliche topische Therapie beginnen. Es gibt verschiedene schuppenhemmende Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung:

Dithranol (Cignolin/Antralin)
Dithranol ist ein Mittel zur äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte. Worauf die Wirkung des Mittels genau beruht, ist allerdings unklar. Bekannt ist, dass Dithranol die Zellteilung und Entzündungen hemmt. Der synthetische, teerähnliche Stoff „brennt die Schuppenflechte weg“. Vor allem zur Erstbehandlung der Psoriasis wird der Wirkstoff zwar noch gerne eingesetzt, verliert wegen zahlreicher Nachteile aber immer mehr an Bedeutung. Dithranol reizt die Haut, daher ist es nicht für empfindliche Körperpartien wie Gesicht oder Intimregion geeignet. Außerdem verfärbt es Haut und Wäsche bräunlich. Eine Dithranol-Therapie findet meist in der Klinik statt: Dabei wird der Patient morgens mit der Salbe eingerieben, die dann 24 Stunden auf der Haut bleibt. Höher dosierte Dithranol-Cremes gibt es auch als Minutentherapie für zu Hause. Das Präparat bleibt dann nur für 10 bis 30 Minuten auf der Haut und wird danach gründlich abgeduscht.

Vitamin D3 und seine Abkömmlinge
Als hochwirksam und arm an Nebenwirkungen hat sich die äußerliche Behandlung mit Vitamin D3 und seinen Abkömmlingen erwiesen. Die Wirkstoffe Calcitriol, Calcipotriol und Tacalcitol bremsen die Zellteilung und hemmen Entzündungen. Die Mittel eigenen sich stoßweise zur Dauerbehandlung, können aber empfindliche Hautstellen reizen. Sind mehr als 30 Prozent der Hautfläche betroffen, eigenen sich Vitamin-D3-Präparate meist nicht zur Behandlung, da es zu einer Beeinflussung des Kalziumstoffwechsels kommen kann. Meist wird dann Vitamin D3 in Kombination mit Kortisonpräparaten eingesetzt.

Kortisonartige Präparate
Kortisonartige Wirkstoffe zählen zu den Immunsupressiva und sind fast genauso aufgebaut wie das im Körper natürlich vorkommende Hormon Kortison. Entzündungen und überschießende Abwehrreaktionen der Haut lassen sich schnell und wirksam bekämpfen, weshalb Kortisonpräparate gerne zur Therapie der Schuppenflechte eingesetzt werden. Zudem lindern sie Juckreiz und verringern das Wachstum der Hautzellen. Die Handhabung und Kombination mit anderen Mitteln zur lokalen Anwendung ist meist unproblematisch. Falsch angewandt können Kortisonpräparate die Haut jedoch unwiderruflich schädigen: Dauergebrauch und großflächige Anwendung dünnen die Haut aus und machen sie anfällig für Verletzungen. Bei abruptem Absetzen kann sich der Hautzustand schnell wieder verschlechtern, es kommt zum sogenannten „Rebound“ (Rückfall): Deshalb werden Kortikoide ausgeschlichen, das heißt langsam reduziert.

Calcineurin-Inihibitoren
Calcineurin-Inhibitoren sind in Deutschland nur zur Behandlung der Neurodermitis zugelassen, dürfen aber inoffiziell (off-label) in begründeten Fällen zur Therapie der Schuppenflechte verschrieben werden. Sie blockieren das lokale Immunsystem der Haut, indem sie in speziellen Immunzellen die Herstellung von Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) blockieren.

Die Wirkstoffe Pimecrolimus und Tacrolimus haben sich insbesondere zur topischen Behandlung von Plaque-Herden im Gesicht oder in der Intimzone bewährt. Als Immunsupressiva wirken sie ähnlich wie Kortisonpräparate, schnell, antientzündlich und verbessern die Hautreifung, mit einem entscheidenden Vorteil: Sie dünnen die Haut nicht aus. Aber: es gibt keine Langzeitstudien über die Sicherheit dieser Wirkstoffklasse. Nebenwirkungen wie erhöhte Infektionsgefahr und Lichtempfindlichkeit sind möglich.

Steinkohlenteer
Teer hat entzündungshemmende Eigenschaften und kann die überschießende Vermehrung von Hautzellen hemmen. Die Wirkung ist allerdings nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Mangels Alternativen galten Teerpräparate in der Vergangenheit als bewährtes Mittel zur äußerlichen Behandlung bei Schuppenflechte. Heute stehen risikoärmere und besser anwendbare Medikamente bereit. Daher behandeln Hautärzte die Schuppenflechte nur noch in begründeten Ausnahmefällen mit Steinkohlenteer.


Licht- und Klimatherapie

Für das Sonnenbad zu Heilzwecken prägte der griechische Historiker Herodot im 5. Jahrhundert vor Christus erstmals den Begriff „Heliotherapie“, (griech. helios, „Sonne“ und therapeia, „Pflege“). Das Wissen um die heilende Wirkung des Sonnenlichts ist uralt: Assyrer, Ägypter, Griechen, Römer und Germanen – eine Vielzahl antiker Kulturen stellte die Sonne Gott gleich und nutzte die Heilkraft des natürlichen Lichts, um Hautkrankheiten zu lindern. Auch die Lichtempfindlichkeit erhöhende Pflanzenstoffe (Psoralen) oder klimatisch-physikalische Einflüsse wie Höhenluft oder Meerwasser (Helio-Thalasso-Therapie) kamen dabei zum Einsatz. Bis heute ist das Salzwasserbad unter Lichteinwirkung für die Behandlung der Schuppenflechte bedeutsam, zum Beispiel im Rahmen der Balneo-Fototherapie.

Die moderne Lichttherapie
Mit der Entdeckung des Sonnenlichtspektrums gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Ära der modernen Lichttherapie (Fototherapie) mit künstlichen Lichtquellen, die bis heute vor allem die ultravioletten Lichtanteile UVA und UVB nutzt. Der dänische Arzt Nils Ryberg Finsen gilt als Begründer der modernen dermatologischen Lichtbehandlung. Er entwickelte ein medizinisches Gerät, das künstliches UV-Licht erzeugen konnte, und setzte es zur Behandlung der Hauttuberkulose ein. Für seine Forschungen erhielt er 1903 den Medizinnobelpreis.

Therapie mit UV-Licht
UV-Strahlen kann man nicht sehen. Als unsichtbarer Teil des natürlichen Lichtspektrums haben die elektromagnetischen Strahlen Wellenlängen von 100 bis 400 Nanometern. Sie können Hautkrankheiten lindern, zugleich aber auch die Hautalterung beschleunigen oder Lichtschäden wie Sonnenbrand und Hautkrebs verursachen. Daher kommt die Fototherapie immer nur kurzfristig zum Einsatz, vor allem um akute Schuppenflechte-Schübe zu mildern, und nicht als Dauerbehandlung. Bei der Fototherapie der Schuppenflechte kommt mittel- bis langwelliges UV-Licht zum Einsatz. Die Strahlen können Entzündungszellen zerstören oder das übermäßige Wachstum der Hautzellen verlangsamen. Zur Therapie mit künstlichem Licht gibt es unterschiedlichste Geräte, zum Beispiel Bestrahlungskabinen, kleinere UV-Geräte für die Bestrahlung von Händen und Füßen, Lichtkämme für die Kopfhaut, Punktstrahler zur Behandlung der Nägel oder Laser.

Für wen eignet sich eine Lichttherapie nicht?
UV-Licht kann genetische Schäden verursachen. Manche Menschen haben für solche Lichtschäden ein besonderes Risiko, etwa bei seltenen Erkrankungen durch Gendefekte, bei einigen Autoimmunerkrankungen, bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen sowie erhöhtem Hautkrebs-Risiko.

Wechselwirkungen
Eine Fototherapie kann Wechselwirkungen verursachen mit fotosensibilisierenden Medikamenten und Substanzen, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Vorsicht geboten ist bei einigen Mitteln gegen Herzkrankheiten, Antimykotika, Antibiotika und Antidepressiva. Auch Desinfektionsmittel und Duftstoffe in Parfüms können unter Lichteinwirkung die Haut reizen. Gegenanzeigen für eine Lichttherapie mit Psoralenen wie der PUVA sind Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Leberschäden (orale PUVA) oder die Einnahme von Ciclosporin.

Die richtige Lichtdosis
Vor jeder Lichttherapie muss der Arzt die optimale Lichtdosis ermitteln, die je nach Hauttyp für jeden Menschen anders ausfallen kann. Mit einem speziellen Messgerät lässt sich die Erythemschwelle bestimmen: Dabei testet der Hautarzt die Minimale Erythemdosis (MED), das heißt bei welcher Lichtdosis die Haut gerade noch mit einer minimalen Rötung reagiert. Von der Minimalen Fototoxischen Dosis (MPD) spricht man, wenn zusätzlich zur Lichttherapie die Lichtempfindlichkeit mit Psoralenen erhöht wird. Eine andere Möglichkeit ist das Dosierungsschema nach Hauttyp. In einem UV-Lichtpass sollte der Arzt alle Behandlungen dokumentieren.

UVB-Therapie (UV-Fototherapie)
Heute gilt die Schmalspektrum-Behandlung mit UVB311 als Therapiestandard. Sie hat sich gegenüber den früher angewandten Verfahren bei Schuppenflechte als effektiver und schonender erwiesen. Die Dosis wird dabei in der Regel nach jeder Sitzung gesteigert. Auch eine Kombination beispielsweise mit Vitamin-D3-Abkömmlingen oder Retinoiden ist gut möglich.

PUVA-Therapie (Fotochemotherapie)
Die PUVA-Therapie ist eine Fotochemotherapie, d. h. sie nutzt UVA-Licht in Kombination mit einem Lichtsensibilisator, dem Psoralen (8-Methoxypsoralen). Die Wirkung ist intensiver als bei der UVB-Therapie, denn das Psoralen erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut und wird kurze Zeit vor der Bestrahlung angewendet. Es gibt die orale PUVA mit Tabletten, die Bade-PUVA mittels Vollbad und die Creme-PUVA für kleinere, eingegrenzte Plaques oder Schuppenflechte an Händen und Füßen. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautverbrennungen und Juckreiz, bei der oralen PUVA kann Übelkeit hinzukommen. Durch das Psoralen können Haut und Augen bereits Stunden vor und nach der Behandlung sonnenempfindlich reagieren. Daher sollte man sich an Behandlungstagen gut vor der Sonne schützen – selbst im Schatten, bei bewölktem Himmel oder hinter Fensterglas. Experten raten zu maximal 200 PUVA-Therapien während des gesamten Lebens.

Lasertherapie
Sie eignet sich für Patienten mit kleinen Psoriasis-Herden. Dabei werden die betroffenen Hautstellen ganz gezielt mit speziellem Laserlicht bestrahlt, dem Excimer-Laser mit einer Wellenlänge von 308 nm. Die umliegende, nicht betroffene Haut wird nicht mit bestrahlt, wie es bei den anderen Lichttherapien der Fall ist. Deshalb kann das Laserlicht von Therapiebeginn an stärker dosiert werden. Die Methode ist aber nur sinnvoll, wenn nicht mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche von der Psoriasis betroffen ist. Ein anderer Laser, der sich zur Psoriasis-Therapie eignet, ist der gepulste Farbstofflaser. Mit ihm können die Gefäße unterhalb des Psoriasis-Herdes zerstört und so die Plaques vom Blutfluss abgeschnitten werden.

Klima- und Sole-Fototherapie (Fotosoletherapie)
Seit dem 1. Juli 2008 ist auch die Sole-Fototherapie wieder eine Kassenleistung. Die der Natur nachempfundene Kombination von Salzwasserbad und UVB-Licht ist laut Studien wirksamer als eine reine UVB-Lichttherapie. Bei der asynchronen Blaneo-Fototherpaie badet der Patient zunächst in einer Salzlösung und wird später bestrahlt. Es gibt auch spezielle Wannen für die gleichzeitige (simultane) Behandlung mit Licht und Sole. Die Sole-Fototherapie wird meist im Rahmen von stationären Kuren genutzt, ist aber auch ambulant bei spezialisierten Hautärzten oder in Behandlungszentren möglich. Der Effekt kommt einer Badekur am Toten Meer gleich: Durch die geographische Lage mit 400 Meter unter dem Meeresspiegel entsteht ein heilsames Klima, mit z. B. hohem Salzgehalt in Wasser und Luft und mildem Sonnenlicht. Grundsätzlich kann schon ein Klimawechsel durch einen längeren Aufenthalt im Hochgebirge oder am Meer bei Psoriasis Linderung verschaffen, z .B. in den Alpen oder an der Nord- und Ostsee.


Innerliche medikamentöse Behandlung

Reicht bei Patienten mit Psoriasis die äußerliche Therapie mit Salben, Cremes, Bestrahlung und Bädern nicht mehr aus oder kommen Gelenkbeschwerden (Psoriasis-Arthritis) hinzu kann eine innerliche, medikamentöse Behandlung nötig werden. Für die systemische Therapie der Schuppenflechte eignen sich je nach Schweregrad und Rückfallhäufigkeit verschiedene Medikamente. Dabei hat das Verständnis der Entstehung der Erkrankung in den letzten Jahren deutlichen Fortschritt gebracht: Sogenannte Biologika oder Biologics setzen direkt bei der Ursache der Hauterkrankung an, indem sie übereifrige Zellen des Immunsystems hemmen.

Wirkstoffe zur medikamentösen Therapie

Es gibt verschiedene Wirkstoffe gegen Schuppenflechte zur innerlichen Anwendung:

Retinoide (Acitretin)
Systemische Retinoide (Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge) kommen seit den 1970er Jahren in der Psoriasis-Therapie zum Einsatz. Den Wirkstoff Acitretin gibt es als Kapsel zum Einnehmen. Im Vergleich zu anderen systemisch wirksamen Medikamenten haben Retinoide deutliche Schwächen: Nur wenige Patienten werden allein dadurch annähernd beschwerdefrei. Meist wird das Mittel daher in Verbindung mit einer Lichttherapie verordnet.

Trockene Haut, rissige Lippen, Nasenbluten und Haarausfall sind häufige Nebenwirkungen von Acitretin. Außerdem kann der Wirkstoff Leber und Nieren stark belasten. Frauen, die schwanger werden möchten, dürfen Retinoide nicht einnehmen, da sonst Schäden für das Kind drohen. Besonders gut wirken Retinoide bei der seltenen Psoriasis pustulosa.

Fumarsäureester
Fumarsäureester ähneln einem Stoffwechselprodukt des Körpers, der Fumarsäure. Sie wirken antientzündlich, in dem sie die Bildung von entzündungsfördernden Zytokinen hemmen. Anders als bei Kortisonpräparaten kommt es beim Absetzen des Medikaments nicht zum Rebound oder vermehrter Neigung zu Infektionen. Für die Behandlung mit Tabletten gibt es ein festes Schema, dabei wird die Dosis langsam gesteigert. In der Regel dauert die Therapie zunächst drei bis vier Monate. Die Kombination mit Wirkstoffen zur äußerlichen Anwendung ist sinnvoll, zum Beispiel mit Vitamin-D3-Analoga.

Typische Nebenwirkungen der Fumarsäureester sind eine Rötung des Gesichts mit Hitzegefühl (Flush), Magen-Darm-Beschwerden, Blutbildveränderungen und vorübergehende Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Daher muss der Arzt während der Behandlung regelmäßig Blutbild, Nieren- und Leberwerte kontrollieren. Absolute Gegenanzeigen für das Medikament sind Schwangerschaft und Stillzeit, schwere Leber- und Nierenschäden sowie schwere chronische Darmerkrankungen.

Methotrexat (MTX)
Niedrig dosiert wirkt Methotrexat (MTX) entzündungshemmend und greift in den Zellstoffwechsel ein, indem er die Verwertung des Zellbausteins Folsäure (Folatantagonist) und damit die Zellteilung hemmt. In hohen Dosen wird der Wirkstoff auch als Zytostatikum in der Krebstherapie eingesetzt. In Deutschland ist das Medikament seit 1991 zur Behandlung schwerer Formen der Schuppenflechte und der Psoriasis-Arthrose zugelassen.

MTX ist vor allem zur Langzeitbehandlung geeignet, die Wirkung setzt ein bis zwei Monate nach Therapiebeginn ein. Dabei können schwere Nebenwirkungen auftreten, die Schäden an Nieren, Leber, Lunge und Knochenmark sowie Magen-Darmgeschwüre verursachen können. Um solche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen, muss der Arzt regelmäßig Blutbild, Leber- und Nierenwerte kontrollieren. Oftmals kann auch eine zusätzliche Gabe von Folsäure nötig sein. Absolute Gegenanzeigen für MTX sind Funktionsstörungen der Leber, Alkoholkonsum, Kinderwunsch (auch bei Männern) und eine Schwangerschaft. Vorsicht geboten ist auch bei Impfungen mit Lebendviren während der Therapie.

Ciclosporin
Zu Behandlung der Schuppenflechte ist ein Calcineurininhibitor, der Wirkstoff Ciclosporin seit 1993 in Deutschland verfügbar. Das Medikament steht als Kapsel oder Trinklösung zur Verfügung und muss täglich eingenommen werden. Die Wirkung ist meist nach einem Monat spürbar. Das Medikament unterdrückt das Immunsystem und wird auch verwendet, um nach einer Organtransplantation die Abstoßung zu verhindern. Unter der Behandlung mit Ciclosporin kann es zu Störungen der Nieren- und Leberfunktion kommen. Möglich sind auch Blutdruckanstieg und Magen-Darm-Beschwerden. Vorsicht geboten ist auch hinsichtlich der Wechselwirkungen mit anderen Therapieoptionen: Zahlreiche Medikamente vertragen sich nicht mit einer Ciclosporin-Einnahme. Patienten, die lange Zeit mit UV-Licht behandelt wurden, sollten wegen des Hautkrebsrisikos auf Ciclosporin verzichten.

Leflunomid

Speziell für die Psoriasis-Arthritis ist seit 2004 der Wirkstoff Leflunomid zugelassen. Er wird als Basistherapeutikum bei Patienten mit Betonung der Gelenkbeschwerden eingesetzt, da es hier wirksamer ist als gegen die Symptome der Haut. In der Regel bessern sich die Beschwerden zwei bis drei Wochen nach Beginn der Therapie. Mögliche Nebenwirkungen von Leflunomid sind Leberschädigungen, Blutarmut oder ein Mangel an Leukozyten (weißen Blutkörperchen), leichte allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Haarausfall und Kopfschmerzen. Außerdem kann Leflunomid Fehlbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen. Deshalb müssen Frauen während und bis zu zwei Jahre nach der Therapie verhüten – Männer während und bis zu drei Monate nach der Therapie.

Auf keinen Fall sollten andere leberschädigende Substanzen wie beispielsweise MTX zusammen mit Leflunomid eingenommen werden – und auf Alkohol sollte gänzlich verzichtet werden.

Eine spezielle Wirkstoffgruppe: Die Biologika (Biologics)
Auf der Basis der neusten Entdeckungen bei der Psoriasis-Entstehung haben Forscher mithilfe der Gentechnik eine neue Medikamentengeneration entwickelt, die sogenannten Biologika oder Biologics. Bei dieser Wirkstoffgruppe handelt es sich um biotechnologisch erzeugte Eiweißkörper. Bei der Schuppenflechte werden beispielsweise monoklonale Antikörper, die entzündungsfördernde Botenstoffe blocken können, eingesetzt. Sie kommen allerdings nur als Behandlungsoption in Frage, wenn alle anderen Therapie-Versuche scheitern oder nicht möglich sind.

Etanercept
Bei schweren Formen der Plaque-Psoriasis kann Etanercept helfen. Dieses Mittel ist ein sogenannter TNF-α-Blocker: es neutralisiert den Tumornekrosefaktor-alpha, einen speziellen Entzündungsbotenstoff (Zytokin), der bei der Zellteilung freigesetzt wird. Das Mittel wird einmal wöchentlich intrakutan gespritzt und beginnt nach ein bis zwei Monaten zu wirken. Häufigste Nebenwirkungen sind Hautreizungen an der Einstichstelle. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Hautrötungen können auftreten. Während der Behandlung kontrolliert der Arzt Blutbild, Leber- und Nierenwerte und Urin. Gegenanzeigen für das Medikament sind Infektionen.

Infliximab
Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α (TNF-α-Blocker). Infliximab ist seit 2005 zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen. Er wird als Infusion stufenweise im Abstand von zwei bis acht Wochen verabreicht und wirkt bereits nach ein bis zwei Wochen. Das Medikament ist hochwirksam, bei 80 Prozent der Patienten verbessert sich das Beschwerdebild deutlich.

Gegenanzeigen für Infliximab sind chronische Infektionen, insbesondere Tuberkulose, schwere Herzleiden sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Als Nebenwirkungen können während und nach der Infusion Atemnot, Nesselsucht und Kopfschmerzen auftreten. Das Medikament kann die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Blutbild und Leberwerte müssen ständig kontrolliert werden. Weiterhin sind für die Behandlung der Schuppenflechte die Biologika Adalimumab (Ustekinumab, Golimumab) zugelassen.

Adalimumab
Der Wirkstoff Adalimumab ist auch ein monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α (TNF-α-Blocker) und sowohl für die Psoriasis vulgaris, als auch für die Psoriasis-Arthritis zugelassen. Es wird in der Regel bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt, wenn andere systemische Therapien, wie Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben oder nicht vertragen werden. Adalimumab wird bei aktiver und progressiver Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen eingesetzt, wenn eine vorher durchgeführte Basistherapie nicht ausreichend wirksam war. Es wird in regelmäßigen Abständen vom Arzt subkutan injiziert. Mögliche Nebenwirkungen sind dabei Schmerzen, Schwellung oder Juckreiz an der Einstichstelle. Oft treten Blutdruckerhöhungen, Infekte des Atmungsapparates oder der Harnwege auf – manchmal kommt es sogar zu schweren Infektionen wie einer Sepsis. Außerdem ist ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko nicht ausgeschlossen.
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